Konjunkturhoffnungen und die Aussicht auf eine weiterhin lockere Geldpolitik der wichtigen Zentralbanken haben die Schweizer Börse angeschoben. Allerdings wurde der durch unerwartet starke Einkaufsmanagerindizes aus dem In- und Ausland genährte Optimismus durch enttäuschende US-Arbeitsmarktdaten zuletzt etwas gedämpft und die Dividendenpapiere gaben einen Teil der Gewinne wieder ab. Zum Schluss notierte der SMI dennoch um 1,76 Prozent höher auf gegen 8000 Punkten.

Da die Schweizer Börse am Vortag wegen des Nationalfeiertags geschlossen war, zogen die Umsätze etwas an und die Kurse stiegen etwas stärker. «Wir hatten performancemässig noch etwas nachzuholen», erklärte ein Händler. Stützen des Marktes waren die schwergewichteten Werte aus dem Lebensmittel und Pharmabereich und die Grossbanken. Vor dem in der kommenden Woche erwarteten Halbjahresbericht legten die Aktien des Lebensmittelriesen Nestle um 2,5 Prozent zu.

Bei den Pharmawerten stiegen Roche um 0,5 Prozent und Novartis zogen um 1,5 Prozent an. Die US-Gesundheitsbehörde hat das Mindestalter für die Verabreichung des Impfstoffs Menveo von Novartis gesenkt. Neu ist Menveo bereits für zwei Monate alte Kinder zugelassen.

Actelion zeigt sich von besseren Seite

Actelion kletterten um gut drei Prozent auf das neue Jahreshoch auf 63,50 Franken. Die Biotechnologiefirma kauft die im Privatbesitz befindliche US-Firma Ceptaris Therapeutics unter der Bedingung, dass deren Hautkrebsmedikament Valchlor zugelassen wird. Actelion leistete eine Vorauszahlung von 25 Millionen Dollar. Falls der Kauf zustande kommt, fliessen weitere 225 Millionen Dollar und zusätzlich erfolgsabhängige Zahlungen an die Eigentümer.

Die Aktien der Banken stiegen in Erwartung einer anhaltenden Geldschwemme der Notenbanken. UBS legten 3,3 Prozent zu und Credit Suisse gewannen 2,5 Prozent. Die zweitgrösste Schweizer Bank verkauft den Bereich Customized Fund Investment Group (CFIG) an Grosvenor Capital. Die im Private Equity-Geschäft tätige CFIG verwaltet Vermögen von rund 18 Milliarden Dollar. Vontobel rückten um weitere 3,5 Prozent vor. Vontobel hatte am Mittwoch mit einem deutlich stärker als erwarteten Neugeldzufluss und einem Gewinnsprung überrascht.

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Konjunkturhoffnungen stützten die Aktien zyklischer Firmen wie ABB, Clariant, Geberit und Holcim mit ein bis zwei Prozent. Trotz der enttäuschenden US-Job-Daten verteidigten Adecco ihren Kursgewinn von knapp drei Prozent. Im breiten Markt fielen Industrietitel wie ADV, Georg Fischer, Forbo, Mikron und Oerlikon mit Kursanstiegen von zwei bis vier Prozent auf.

Sonder-Dividende für Kardex-Aktionäre

Kardex schossen sieben Prozent hoch. Das Lagerlogistik-Unternehmen hat den Verlauf des Bereichs Kardex Stow abgeschlossen und will die Aktionäre am Verkaufserlös beteiligen. Die Aktionäre sollen eine Sonderdividende von vier Franken je Aktie erhalten.

(muv/jev/reuters)