Die jüngsten Hurrikans hinterlassen Spuren in Mexikos Volkswirtschaft. Neben den Schäden in Milliardenhöhe drohen vor allem der Landwirtschaft Einnahmeausfälle: Mexiko hat angesichts der schweren Unwetter in weiten Teilen des Landes seine Wachstumsprognose für das laufende Jahr auf 1,7 Prozent gesenkt.

Die durch die Hurrikans «Ingrid» und «Manuel» verursachten Schäden würden der zweitgrössten Volkswirtschaft Lateinamerikas 0,1 Prozentpunkt Wachstum kosten, sagte Finanzminister Luis Videgaray im Sender Radio Fórmula.

18 zerstörte Autobahnen

Die jüngsten Stürme könnten laut einer Schätzung des Verbands der Versicherungswirtschaft (AMIS) eine der teuersten Naturkatastrophen in der Geschichte des Landes werden. Es sei mit Schäden von über 75 Milliarden Peso (rund 5,3 Mrd. Franken) zu rechnen, hiess es in einer Mitteilung.

Mexikos Präsident Enrique Peña Nieto hatte diese Woche für die vom Unwetter besonders betroffenen Regionen unter anderen in den Bundesstaaten Chihuahua, Guerrero und Veracruz per Dekret Steuernachlässe für Investitionen angeordnet. Nach Regierungsangaben sind 18 Autobahnen streckenweise zerstört und mindestens 534'000 Hektar Nutzfläche und 100'000 Stück Vieh betroffen.

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Produktion der Bauern und Fischer sinkt um drei Prozent

Die Produktion in Landwirtschaft, Viehzucht und Fischerei wird durch die Unwetter nach Einschätzung der Banamex-Bank um etwa drei Prozent sinken. Dadurch werde sich der Anstieg des Bruttoinlandsproduktes (BIP) im dritten und vierten Quartal um bis zu 0,2 Prozentpunkte verringern, prognostizierte die Bank.

Es ist bereits das dritte Mal in diesem Jahr, dass Mexiko die Prognose nach unten korrigiert. Anfang 2013 hatte das Finanzministerium noch mit einem Wachstum von vier Prozent gerechnet. Bei den Unwettern kamen nach offiziellen Angaben 145 Menschen ums Leben, und noch immer werden knapp 50 Menschen vermisst.

(sda/moh)