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Hurrikane sorgen für Schäden am US-Arbeitsmarkt

Hurrikane wirbeln den US-Arbeitsmarkt durcheinander
Sturm «Irma»: Er hat in Florida für Zerstörung gesorgt. Keystone

Wegen «Harvey» und «Irma» sind in den USA über 30'000 Jobs abgebaut worden. Ökonomen hatten nicht mit solchen Sturmschäden gerechnet.

Die Hurrikane «Harvey» und «Irma» haben dem Aufschwung am US-Arbeitsmarkt ein vorläufiges Ende gesetzt: Im September bauten Firmen und Staat erstmals seit sieben Jahren wieder Stellen ab. Insgesamt fielen 33'000 Jobs weg, wie die Regierung am Freitag mitteilte. Besonders im Gastgewerbe und in der Freizeitbranche wurden wetterbedingt zahlreiche Beschäftigungen gestrichen, anderswo mit Neueinstellungen gezögert.

Der Rückgang kommt überraschend: Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit immerhin 90'000 neuen Jobs gerechnet, nachdem es im August noch ein Plus von 164'000 gab. Die separat ermittelte Arbeitslosenquote sank im September trotzdem auf 4,2 Prozent, den niedrigsten Wert seit Februar 2001.

Zwei Staaten sind besonders betroffen

Die Wirbelstürme hatten vor allem in Texas und Florida gewütet. Dem Arbeitsministerium zufolge konnten wegen des schlechten Wetters 1,5 Millionen Beschäftigte ihren Job nicht antreten – so etwas gab es in dieser Grössenordnung seit 1996 nicht mehr. Ausserdem waren 2,9 Millionen zu Teilzeit gezwungen.

Commerzbank-Ökonom Christoph Balz sprach daher von «Sturmschäden am US-Arbeitsmarkt». Experten rechnen aber damit, dass dies nur eine vorübergehende Delle ist. «Wir werden eine Menge Jobs zurückbekommen», sagte Ryan Sweet von Moody's Analytics. «Und ausserdem wird es zu Neueinstellungen kommen, die im Zusammenhang mit den Aufräum- und Wiederaufbauarbeiten stehen und bis Anfang 2018 reichen dürften.»

Anleger zeigen sich gelassen

Auch an den Finanzmärkten löste der Rückgang keine Panik aus. Der Dollar wertete nach Bekanntgabe der Daten sogar auf, «denn es stand eine andere Zahl des Arbeitsmarktberichtes im Fokus», wie der Chefökonom der VP Bank, Thomas Gitzel, erklärte. Er verwies auf die Stundenlöhne, die um 2,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat stiegen. «Es kommt zu einem gewissen Lohndruck», sagte Gitzel. «In Anbetracht der guten Verfassung des US-Arbeitsmarktes hätte dies eigentlich schon seit längerem der Fall sein müssen.»

Die anziehenden Löhne machen Zinserhöhungen durch die Zentralbank Fed wahrscheinlicher. Führende Währungshüter trieb zuletzt die Sorge um, dass die unerwünscht niedrige Inflation einer Anhebung im Wege steht. Die Fed wartet deshalb auf belastbare Hinweise, dass die Bürger vom Aufschwung profitieren. Sie hat den Leitzins zuletzt im Juni auf die Spanne von 1,0 bis 1,25 Prozent angehoben und will bis zum Jahresende nachlegen, falls die Konjunktur mitspielt. Händler schätzen die Wahrscheinlichkeit einer Erhöhung im Dezember jetzt auf 93 Prozent ein. Vor Veröffentlichung der Arbeitsmarktdaten waren es 83 Prozent. Auch das führende Fed-Mitglied Robert Kaplan zeigte sich im Interview mit CNBC offen für eine Anhebung im Dezember.

(reuters/mbü/cfr)

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