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Immobilien
UBS-Studie: Preisanstieg bei Wohnungen vorbei

Neubau-Wohnungen in Zürich: Der jahrelange Preisanstieg ist vorbei.

Nach Jahren steigen die Preise bei Wohnungen erstmals nicht mehr. Die Mieten dürften sinken.

Veröffentlicht am 18.01.2018

Der jahrelange Preisanstieg bei Wohnungen ist vorbei. Nachdem bereits bei den Mieten die Preise stagnierten, dreht sich nun auch die Spirale beim Stockwerkeigentum nicht mehr weiter nach oben. Das zeigt die jüngste UBS-Immobilienstudie , die am Donnerstag veröffentlicht wurde.

Im letzten Jahr hätten die Preise für Eigentumswohnungen stagniert, sagte UBS-Immobilienspezialist Claudio Saputelli vor den Medien in Zürich: «Es ist das erste Mal seit dem Jahr 2000, dass die Preise nicht mehr geklettert sind.»

Mehr Wettbewerb

2017 war wohl keine Ausnahme: Auch in diesem Jahr dürften die Eigentumswohnungen nicht mehr teurer werden. Der verschärfte Wettbewerb bei den Mietwohnungen lasse die Preise für Eigentumswohnungen stagnieren, heisst es in der Studie.

Bei den Mietwohnungen war der Höhenflug schon ein Jahr früher zu Ende als bei den Eigentumswohnungen. Die Angebotsmieten sanken im Jahr 2016 erstmals seit der Jahrtausendwende um 1,3 Prozent. Und die Talfahrt geht weiter: Die Angebotsmieten schrumpften 2017 erneut um 1 Prozent. Und im laufenden Jahr dürfte der Rückgang gar 2,5 Prozent betragen, schätzt die Grossbank in ihrer Immobilienstudie.

10'000 Wohnungen zu viel

Gleichzeitig bleibe die Bautätigkeit hoch. Die Leerstände von Mietwohnungen stiegen. Denn die Einwanderung sei stark zurückgegangen. Das Bevölkerungswachstum sei 2017 um ein Drittel tiefer als im Jahr 2013.

Es würden aber gleich viele Wohnungen gebaut wie vor 4 Jahren, obwohl per Saldo 25'000 Menschen weniger in die Schweiz eingewandert seien, sagte Saputelli. «Das heisst, wir haben 10'000 bis 12'000 Wohnungen zu viel gebaut.»

Neuer Rekord absehbar

Wenn es so weitergehe, werde die Leerstandquote bei den Mietwohnungen 2019 einen neuen Rekord von 2,9 Prozent erreichen. Der bisherige Rekord lag bei 2,8 Prozent im Jahr 1998. Im vergangenen Sommer standen 2,4 Prozent aller Mietwohnungen leer.

«Es überrascht nicht, dass die Mieten sinken, wenn das Bevölkerungswachstum geringer ausfällt und die Bautätigkeit hoch bleibt», sagte Saputelli. Dies schlägt sich vor allem bei den Marktmieten nieder, die sehr stark auf steigende Leerstände reagieren würden.

Lockvogelangebote bremsen Mietverfall

Gebremst werde die Korrektur durch Anreize bei der Vermietung von neuen Wohnungen wie etwa Gutscheine für Möbel, Strom, Reisen, Haushaltsgeräte oder Fitnessabos. Das sei aber langfristig keine Lösung. «Ohne eine deutliche Trendwende bei der Bautätigkeit oder eine neue Einwanderungswelle dürften die Angebotsmieten bis 2020 um bis zu 10 Prozent abrutschen», prognostizierte Saputelli.

Bei den Einfamilienhäusern dürfte der Preisanstieg dagegen vorerst noch weitergehen, auch wenn er gebremst worden sei. Im laufenden rechnet die UBS mit einer Preiserhöhung von einem halben Prozent nach 2 Prozent im 2017.

(sda/tdr/ise)

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