Im Schweizer Grosshandel sinken die Preise nach der Aufhebung des Euro-Mindestkurses weiterhin deutlich. Die Produzenten- und Importpreise gingen im Mai gegenüber dem April um 0,8 und seit Mai 2014 um 6 Prozent zurück.

Dabei waren die Importpreise innert Jahresfrist um 9,9 Prozent rückläufig. Die Produzentenpreise für im Inland hergestellte Güter fielen um 4,3 Prozent.

Höhere Preise für Öl

Der Index der Produzenten- und Importpreise für Mai erreichte 91,6 Punkte (Basis Dezember 2010 = 100), wie das Bundesamt für Statistik (BFS) mitteilte. Billiger wurden insbesondere chemische und pharmazeutische Erzeugnisse. Erdöl und seine Produkte hingegen wurden teurer.

Für das einheimische Gewerbe und die Industrie stiegen die Preise beim Inlandverkauf verglichen mit dem April um 0,1 Prozent. Die Exportpreise gingen um 1,5 Prozent zurück. Damit lag das Preisniveau für den Inlandabsatz im Jahresvergleich 3,5 Prozent tiefer, bei den Exportpreisen betrug der Rückgang 5,1 Prozent.

Günstigere Importe

Importierte Güter verbilligten sich gegenüber dem Vormonat um 1 Prozent. Dazu trugen neben Chemie- und Pharmaprodukten Holz, Papier, Druckerzeugnisse, Kunststoffprodukte, Roheisen, Stahl, Computer und Maschinen bei. Neben Erdöl wurden auch Erdgas, Gemüse, Zitrusfrüchte und unverarbeiteter Kunststoff teurer.

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Beim Konsumenten sind die gesunkenen Grosshandelspreise nicht angekommen. Im Gegenteil: Im Mai stiegen die Konsumentenpreise gegenüber dem April sogar um 0,2 Prozent, wie das BFS vor knapp einer Woche bekanntgab. Innert Jahresfrist sank das Preisniveau um 1,2 Prozent.

Damit zeigt sich, dass sich die Aufgabe des Euro-Mindestkurses Mitte Januar nicht im Portemonnaie der Konsumenten angekommen ist. Der Euro verbilligte sich seither um rund 14 Prozent. Händler begründen die zögerliche oder unterlassene Weitergabe des Währungsvorteils mit den höheren Löhnen und Immobilienpreisen in der Schweiz.

(sda/mbü/chb)