Der Schweizer Einkaufsmanagerindex (PMI) ist im März 2012 gegenüber dem Vormonat (saisonbereinigt) um 2,1 auf 51,1 Punkte gestiegen und hat damit erstmals seit einem halben Jahr wieder die Wachstumszone erreicht.

Der PMI wird von der Grossbank Credit Suisse in Zusammenarbeit mit dem Fachverband für Einkauf und Supply Management procure.ch herausgegeben. Von der Nachrichtenagentur AWP befragte Ökonomen hatten einen Wert im Bereich von 49 bis 51 Punkten prognostiziert.

Angesichts der kurzfristigen Schwankungen des PMI sollte ein Monatswert zwar nicht überinterpretiert werden, doch scheine sich ein Boden zu bilden, heisst es in einer Medienmitteilung der Credit Suisse. Offensichtlich profitiere die Schweizer Industrie unmittelbar von der jüngsten Entspannung in der Euro-Zone.

Am stärksten nahm der Auftragsbestand zu

Der Indexanstieg war den Angaben zufolge breit abgestützt: Sämtliche Subkomponenten realisierten einen Anstieg, mit Ausnahme der Subkomponenten «Beschäftigung» und «Lager Einkauf», die im Vergleich zum Vormonat stagnierten. Dennoch sei Konjunktureuphorie nicht angebracht, ein genauer Blick auf die Subkomponenten zeige ein facettenreiches Bild, heisst es. Trotz der Indexanstiege seien nur drei Subkomponenten über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten gelegen.

Anzeige

Am stärksten nahm der Auftragsbestand zu. Die entsprechende Subkomponente notierte mit einem Stand von 55,3 Punkten deutlich in der Wachstumszone. Ebenfalls über der Wachstumsschwelle lag die Subkomponente «Produktion» (52,6). Gleichzeitig war ein Preisanstieg bei den Vorprodukten zu verzeichnen (Subkomponente «Einkaufspreise»: 51,6).

Demgegenüber dauerte der Lagerabbau («Lager Einkauf»: 45,1; «Lager Verkauf»: 49,5) an und es wurde abermals weniger eingekauft als im Vormonat («Einkaufsmenge»: 47,2): Zeichen einer gewissen Skepsis hinsichtlich der zukünftigen Nachfrage, wie es die Ökonomen der CS interpretieren. Zudem wurden die Lieferfristen erneut kürzer (48,5) und der Personalabbau (47,9) dauerte an, was auf eine nach wie vor geringe Auslastung hindeute.

Schlechtere Stimmung in der Euro-Zone

Die Industrie in der Euro-Zone hat im März an Schwung verloren. Der Einkaufsmanager-Index (PMI) fiel gegenüber dem Februar um 1,3 auf 47,7 Punkte, teilte das Markit-Institut mit. Das Barometer entfernte sich damit weiter von der Marke von 50 Zählern, ab der Wachstum angezeigt wird.

Erstmals seit Dezember war die Produktion wieder rückläufig. Auch die Aufträge der Industrieunternehmen in der Euro-Zone gingen zurück - und zwar sowohl in der Konsum- als auch in der Investitionsgüterbranche. Die Unternehmen bauten deshalb den zweiten Monat in Folge Arbeitsplätze ab.

«Zur anhaltenden Misere in den Peripherie-Ländern kommt nun auch die neuerliche Schwäche in Kernländern wie Deutschland und Frankreich hinzu», sagte Markit-Chefökonom Chris Williamson. Die Industrie habe sich im ersten Quartal als Wachstumsbremse erwiesen und dürfte ein Abgleiten des Euro-Raums in eine Rezession nicht verhindert haben.

(tno/laf/sda/awp)