Die Weltbank hat wegen der schwächelnden Konjunkturerholung in den meisten Industrienationen ihren Ausblick für die globale Wirtschaftsentwicklung gesenkt. Sie rechnet für 2013 nun nur noch mit einem Plus des Bruttoinlandprodukts (BIP) von 2,4 Prozent. Im Juni waren noch 3 Prozent in Aussicht gestellt worden. 

Im vergangenen Jahr ist die Weltwirtschaft um 2,3 Prozent gewachsen. Die Erholung verzögere sich etwas und setze erst Ende des ersten Quartals ein, schrieb der Autor der am Dienstag veröffentlichten halbjährlichen Weltbank-Studie, Andrew Burns.

Für die Euro-Zone prognostiziert die Weltbank für 2013 ein Schrumpfen des BIP um 0,1 Prozent. Die USA legen demnach um 1,9 Prozent zu, Japans Wirtschaft wächst um 0,8 Prozent.

«Sehr wackelig und unsicher»

Die Gefahr einer schweren Finanzkrise in der Euro-Zone ist nach Ansicht der Weltbank weitgehend gebannt. Das Vertrauen der Märkte in Europa habe sich im vergangenen halben Jahr «dramatisch verbessert», weil die Staaten und die Europäische Zentralbank richtige Schritte zur Stützung der Währung unternommen hätten.

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Dennoch sei es zu früh für eine echte Entwarnung. Die schwächeren Euro-Staaten liefen bei nachlassendem Reformeifer weiterhin Gefahr, von den Kapitalmärkten abgeschnitten zu werden. Das bleibe ein starkes Abwärtsrisiko für die Weltwirtschaft.

Trotz der «ermutigenden» Signale von den Märkten sei die tatsächliche globale Konjunktur insgesamt noch «sehr wackelig und unsicher», erklärte Weltbankchef Jim Yong Kim. Die Schwäche in den Industrienationen trübe «die Aussichten für eine schnelle Verbesserung und eine Rückkehr zu einem stabileren Wachstum» ein.

(tno/chb/awp/sda)