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Investorenlegende Paulson riskiert den Totalabsturz

John Paulson: Seine Glanztaten liegen einige Jahre zurück. Keystone

Starinvestor John Paulson hat zurzeit kein glückliches Händchen. Nun muss der Milliardär für Kredite sogar mit dem eigenen Vermögen bürgen. Auch andere Hedgefond-Stars nutzen die riskante Methode.

Veröffentlicht am 26.01.2016

Der Milliardär John Paulson, der 2007 ein Vermögen mit Wetten gegen US-Hypotheken gemacht hat, hat seither eine etwas durchwachsenere Bilanz vorzuweisen. Jetzt greift er auf das eigene Vermögen zurück, um seine Firma abzusichern.

Der Hedgefondsmanager hat seine persönlichen Investments in vier der Hedgefonds seiner Firma als zusätzliche Absicherung für eine Kreditlinie der Grossbank HSBC hinterlegt, wie aus Mitteilungen an den US-Bundesstaat New York hervorgeht. Mit den Geldern wird auch eine neue persönliche Kreditlinie für Paulson garantiert.

Paulson haftet mit dem gesamten Besitz

Paulson setzt sein Vermögen ein, um die Kredite seiner Firma abzusichern, nachdem sich die Vermögenswerte durch Investment-Verluste und Kunden-Abflüsse seit ihrem Höhepunkt mehr als halbiert haben. Durch diesen Rückgang sinken die Gebühren, die Paulson & Co. einsammelt und die als Sicherheit für die ursprüngliche Kreditlinie gedient hatten. Mit den Mitteln werden Ausgaben beglichen und die Mitarbeiter bezahlt.

Unterlagen zufolge hat Paulson im Dezember 2010 einen Kredit mit den jährlichen Management-Gebühren seiner fünf Hedgefonds abgesichert, wie dies in der Branche häufig der Fall ist. Die Firma verlangt von Kunden eine jährliche Verwaltungsgebühr von 1-2 Prozent der Vermögenswerte und eine Performance-Gebühr von 20 Prozent des Gewinns.

Nicht nur Paulson riskiert den Totalabsturz

Die Absicherung dürfte im Wert abgenommen haben, seit Paulson die Vereinbarung abgeschlossen hat. Das verwaltete Vermögen, mit dem die Gebühren generiert werden, ist seither etwa um 50 Prozent auf 18 Milliarden Dollar gesunken. Vor den verbleibenden Mitteln gehört mehr als die Hälfte Paulson selbst oder anderen Insidern, die keine Gebühren zahlen.

Auch andere Hedgefondsmanager haben das persönliche Vermögen eingesetzt, um ihre Firmen zu stützen und Spitzentalente während eines Einbruchs zu halten, sagt Jeff Levi, ein Partner bei der Fonds-Management-Beratung Casey Quirk. «Bei Markteinbrüchen in der Vergangenheit haben einige der Gründer ins eigene Portemonnaie gegriffen, um Boni auszuzahlen», sagt er.

Mitarbeiter pochen auf Boni

«Wer keine marktübliche Vergütungbieten kann, riskiert, wichtige Mitarbeiter zu verlieren.» Andere Vermögensverwalter, die auch Beteiligungen an ihren Fonds als Sicherheit für Kredite hinterlegt haben, sind George Soros, der auch bei HSBC Geld aufnahm und Stephen Schwarzman, der Co-Gründer von Blackstone Group LP.

Paulson wurde vor neun Jahren zu einer Berühmtheit, als er einen Gewinn von 15 Milliarden Dollar einfuhr, während der US-Markt für notleidende Hypotheken kollabierte und die weltweite Finanzkrise eingeläutet wurde. Das von der Firma verwaltete Vermögen kletterte bis Anfang 2011 auf 38 Milliarden Dollar, bevor es zu Verlusten und Kundenabflüssen kam.

Paulson ist über 9 Milliarden schwer

Paulson selbst verfügt über ein Netto-Vermögen von 9,2 Milliarden Dollar, wie aus dem Bloomberg Billionaires Index hervorgeht, wovon jedoch ein Grossteil in seinen Fonds angelegt ist.

(bloomberg/mbü)

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