Die Ratingagentur Standard & Poor's hat die Bewertung der Kreditwürdigkeit von Irland bestätigt. Die Bonität des Landes werde mit «BBB+» bewertet, teilte S&P am Freitag in London mit. Damit liegt die Note drei Stufen über dem sogenannten Ramschniveau. Der Ausblick für das Rating bleibe jedoch negativ. Es droht also weiter eine Herabstufung.

Irland hat laut S&P grosse Fortschritte bei der Stabilisierung seiner haushaltspolitischen Position gemacht. Es blieben jedoch Risiken angesichts des hohen Defizits und des Schuldenstandes. So dürfte der Schuldenstand im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) in diesem Jahr auf 120 Prozent steigen. Der wirtschaftliche Ausblick für Irland hat sich laut S&P verbessert. Die hohe Exportabhängigkeit stelle jedoch ein Risiko für die Erholung dar.

Angesichts der weiter bestehenden Risiken im Finanzsektor und der unsicheren Wachstumsaussichten für die Binnenwirtschaft, droht laut S&P jedoch weiter eine Herabstufung.

Das Rating von «S&P» entspricht dem der Ratingagentur Fitch. Moody's sieht das Land hingegen kritischer und bewertet die Bonität mit «Ba1». Das ist eine Note unter Ramschniveau.

Irland hatte am Dienstag erfolgreich Anleihen im Wert von 2,5 Milliarden Euro am Markt platziert. Die Aktion galt als weiterer Schritt des Krisenstaates Irland, sich wieder grossflächig am freien Markt finanzieren zu können. Im Dezember 2010 war das Land unter den Rettungsschirm von EU und Internationalen Währungsfonds (IWF) geschlüpft und profitiert von Kreditgarantien in Höhe von 67,5 Milliarden Euro. Das Paket läuft Ende 2013 aus.

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(jev/awp)