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Irland sammelt frisches Geld ein - Skepsis bleibt

Irland gibt nicht auf: Die Finanzierung über private Investoren funktioniert zumindest mit geringeren Summen. (Bild: Keystone)

Erstmals seit über zwei Jahren hat sich Irland wieder an den Geldmarkt gewagt - mit Erfolg. Der Krisenstaat konnte wie geplant 500 Millionen Euro aufnehmen. Experten bleiben jedoch skeptisch was den w

Veröffentlicht am 15.11.2012

Irland hat sich für drei Monate frisches Geld bei Anlegern besorgt. Wie die nationale Schuldenagentur NTMA mitteilte, konnte der Krisenstaat wie geplant 500 Millionen Euro aufnehmen. Die Zinsen lagen bei 0,55 Prozent nach 0,7 Prozent im Oktober. Es ist die letzte geplante Versteigerung in diesem Jahr. Die Regierung in Dublin braucht das Geld, um im Dezember fällige Schulden zu begleichen.

Irland hatte sich Mitte des Jahres erstmals seit der Flucht unter den Euro-Rettungsschirm im September 2010 wieder an den Geldmarkt gewagt. Die Finanzierung über private Investoren scheint zwar mit vergleichsweise geringen Summen wieder zu funktionieren, wie die mittlerweile vier Auktionen zeigen. Experten sind dennoch skeptisch, ob es gelingt, den Marktzugang im kommenden Jahr wie geplant wieder herzustellen.

Moody's bleibt skeptisch

Das derzeitige Hilfsprogramm der Euro-Partner und des Internationalen Währungsfonds läuft Ende 2013 aus. Die Ratingagentur Moody's äusserte sich in einer am Mittwochabend veröffentlichten Studie skeptisch, was den weiteren Sanierungskurs angeht. Neue Hilfen könnten notwendig werden, so die Bonitätsprüfer. Etwas optimistischer zeigte sich die Rating-Konkurrenz von Fitch. Die Agentur hob den Ausblick für Irland am Mittwoch von «negativ» auf «stabil» an.

Die bisherigen Fortschritte beim Spar- und Reformkurs werden jedoch zunehmend durch die konjunkturelle Entwicklung bedroht. Die irische Regierung hat ihre Wachstumsprognose zuletzt deutlich abgesenkt. In einem zur Wochenmitte veröffentlichten Bericht rechnet das Finanzministerium für das kommende Jahr nur noch mit einem Wachstum von 1,5 Prozent. Im April war es noch 2,2 Prozent ausgegangen. Auch die Vorhersage für 2014 ging deutlich zurück. Statt 3,0 Prozent liegt sie nun bei 2,5 Prozent.

(aho/vst/awp)

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