Irland will Reuters-Informationen zufolge nach dem geplanten EU-Austritt Grossbritanniens keine hochriskanten Bankgeschäfte anlocken. Der Inselstaat habe etlichen Investmentbanken signalisiert, Handels-Aktivitäten mit grossen Volumina abzulehnen, verlautete am Dienstag aus Finanzkreisen.

Die Zentralbank des Landes habe in den Gesprächen angedeutet, dass es für Geschäfte mit hohen Summen Hürden seitens der Behörden geben dürfte. Grund sei die vergleichsweise geringe Wirtschaftskraft Irlands.

Kosten in Höhe von 40 Prozent des BIP

Die Rettung von Banken während der Finanzkrise 2008 hatte das Euroland 40 Prozent des Bruttoinlandsprodukts gekostet. Nach Ansicht von Experten dürfte Dublin nach dem Brexit nicht zu einem führenden Zentrum für hochriskante Finanzprodukte aufsteigen. Ausserdem fehlten Irland Aufsichtsbehörden für risikoreiche Bankengeschäfte, sagten Brancheninsider.

Dublin wolle dagegen Versicherer, Fondsmanager und Back-Office-Aktivitäten anwerben. Frankfurt hatte nach dem Brexit-Votum ebenfalls eine Charme-Offensive für britische Finanzinstitute gestartet.

Eine Sprecherin der irischen Zentralbank sagte, dass man nicht einfach bestimmte Geschäftsaktivitäten abweise. Die Zentralbank sei offen für alle Firmen, die eine Genehmigung anstrebten.

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(reuter/dsc/me)