Nach dem Verlassen des Euro-Rettungsschirms will Irland Gehaltskürzungen im öffentlichen Dienst allmählich wieder rückgängig machen. Dazu werde die Regierung im kommenden Jahr Gespräche mit den Gewerkschaften aufnehmen, kündigte der Minister für öffentliche Ausgaben, Brendan Howlin, in der Zeitung «Irish Independent» an.

Die im Kampf gegen die Schuldenkrise vorgenommenen Sparmaßnahmen müssten geordnet zurückgefahren werden, sonst sei die gute Arbeit der vergangenen drei Jahre hinfällig, sagte der Politiker vom sozialdemokratischen Juniorpartner der Regierungskoalition.

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Schieflage nach 2008

Das Platzen einer Blase am Immobilienmarkt hatte die irische Bankenbranchen in Schieflage gebracht und das Land in die Krise gestürzt. Im Gegenzug für internationale Hilfen über 85 Milliarden Euro musste Irland unpopuläre Sparmassnahmen ergreifen. Unter anderem wurden die Löhne und Gehälter im öffentlichen Dienst im Schnitt um 6,5 Prozent gekürzt. Nach dem Ende des Hilfsprogramm von EU und Internationalem Währungsfonds im vergangenen Jahr wächst der Druck auf die Regierung, den Sparkurs zu lockern.

Die sozialdemokratische Parteichefin Joan Burton hatte vergangene Woche erklärt, da die Wirtschaft schneller als erwartet wachse, könne die Regierung bei der Aufstellung der Haushalts für 2015 erste Lockerungen ins Auge fassen. 

(reuters/chb/moh)