Die Notenbank Islands hat zur Überraschung von Experten und erstmals seit längerer Zeit ihren Leitzins gesenkt. Wie die Notenbank am Mittwoch mitteilte, fällt der Zins für einwöchiges Zentralbankgeld um 0,5 Prozentpunkte auf 5,25 Prozent. Es ist die erste Zinssenkung seit fast zwei Jahren. Seit Mitte 2015 hatte die Notenbank ihren Leitzins sogar angehoben.

Fachleute zeigten sich von dem Zinsschritt überrascht. Vermutlich werde es aber bei der einen Reduzierung bleiben, kommentierte Stephen Brown vom Analysehaus Capital Economics.

Währung im Hoch

Die Notenbank begründete ihren Schritt unter anderem mit der sich abschwächenden Inflation und der Aufwertung der isländischen Krone. In den vergangenen zwölf Monaten hat die Krone zum Euro etwa 10 Prozent an Wert gewonnen, was die Inflation über günstigere Einfuhren dämpft.

Experten erklären die Aufwertung der Krone nicht nur mit der lockeren Geldpolitik anderer Notenbanken wie der Europäischen Zentralbank (EZB). Auch die robuste Verfassung der isländischen Volkswirtschaft und die hohen Marktzinsen in Island sind dafür verantwortlich. Beides zieht ausländisches Kapital an, wenn auch der Kapitalmarkt Islands klein ist.

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Neue Regeln gegen Spekulation

Die scharfen Kapitalkontrollen, die Island im Zuge seiner Bankenkrise eingeführt hatte, sind mittlerweile überwiegend aufgehoben. Allerdings hatte das Land kürzlich neue Regeln erlassen, um den Zustrom spekulativen Kapitals zu bremsen.

(awp/jfr)