Im Sog der europäischen Schuldenkrise muss Italien Investoren mittlerweile Rekordzinsen für langfristige Anleihen zahlen. Der Mittelmeerstaat platzierte am Donnerstag Schuldtitel im Gesamtumfang von knapp fünf Milliarden Euro und erreichte damit weitgehend das angestrebte Volumen.

Jedoch musste das ins Visier der Märkte geratene Land den Anlegern für 15-jährige Papiere eine bislang nie dagewesene Rendite von 5,9 Prozent bieten. Die Anleihe war fast 1,5-fach überzeichnet. Bei den noch stärker nachgefragten fünfjährigen Anleihen stieg der Zins auf den höchsten Stand seit rund drei Jahren und erreichte 4,93 Prozent – bei einer Auktion im Juni lag der Satz noch bei 3,9 Prozent.

Angesichts des sehr ungünstigen Marktumfelds werteten Beobachter das Ergebnis als gut. Neben der guten Nachfrage verwiesen sie darauf, dass der italienische Staat nahezu alle Papiere habe absetzen können.

Die Börse am Finanzplatz Mailand drehte nach den Anleiheplatzierungen ins Minus. «Die Refinanzierungskosten sind in jüngster Zeit in einem unhaltbaren Tempo gestiegen. Daher kommt es entscheidend darauf an, dass das Sparpaket durchkommt», sagte Ökonom Orlando Green von Credit Agricole.

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(cms/awp)