IWF-Chefin Christine Lagarde sieht die Notenbanken im Ringen um stabilere Finanzmärkte verstärkt in der Pflicht. Zentralbanken müssten ihren gesamten Werkzeugkasten ausschöpfen, sagte Lagarde am Sonntagabend bei der Eröffnung einer Konferenz der Europäischen Zentralbank (EZB) im portugiesischen Sintra. «Das meint nicht nur Geld- und Währungspolitik, sondern auch Regulatorik und Fiskalpolitik», sagte sie laut Redetext. Bis Dienstag diskutieren Notenbanker, Ökonomen und Politiker in Sintra über die Rolle von Zentralbanken.

Es gelte weiterhin, nach einem besseren Regelwerk für den Finanzsektor zu streben, sagte Lagarde. «Aber wo Regulierungsansätze zu kurz greifen, kommt der Geldpolitik eine gewichtigere Rolle zu als in der Vergangenheit, um Finanzstabilität zu gewährleisten.» Der Internationale Währungsfonds (IWF) hatte Europas Währungshüter erst kürzlich zum erneuten Handeln gedrängt. Die seit einiger Zeit niedrigen Inflationsraten brächten Risiken für die konjunkturelle Erholung im Euroraum mit sich, hatte Lagarde festgestellt.

Erwartet wird, dass Europas Währungshüter bei ihrer Sitzung am 5. Juni weitere Massnahmen verkünden werden. Es deutet sich eine Kombination aus einer weiteren Senkung des Leitzinses von 0,25 auf 0,15 Prozent und einem Strafzins für Bankeinlagen bei der EZB an.

(sda/moh)