Die Schuldenlast Griechenlands sei nicht nachhaltig, das Land brauche Schuldenerleichterungen, heisst es in einer vorläufigen Nachhaltigkeitsanalyse, die der IWF veröffentlichte. Deutschland lehnt das ab. Der IWF betonte, das Papier sei bisher nicht vom Vorstand abgesegnet.

Den IWF-Berechnungen zufolge würde Griechenlands Schuldenlast ohne weitere Erleichterungen 174 Prozent des Bruttoinlandsproduktes bis 2020 erreichen. Im Jahr 2060 gingen in Griechenland fast 60 Prozent der Wirtschaftsleistung allein für den Schuldendienst drauf. Die Schuldenlast läge dann bei 260 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, weil die günstigen Hilfskredite der öffentlichen Hand durch Darlehen zu Marktkonditionen ersetzt werden müssten.

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Laufzeiten verlängern

Der IWF schlägt deshalb vor, die Laufzeiten der Kredite deutlich zu verlängern sowie Zins und Tilgung noch weiter zu stunden. Der Zinssatz müsse bei 1,5 Prozent eingefroren werden. Ferner müsse Griechenland weiter sparen. «Das Rentensystem ist nicht bezahlbar und nicht nachhaltig», heisst es in der Analyse.

Bei den Griechenland-Gesprächen der Eurogruppe an diesem Dienstag geht es unter anderem um die Frage, ob der IWF sich am jüngsten Hilfspaket in Höhe von bis zu 86 Milliarden Euro beteiligt. Griechenland braucht bis zum Sommer frisches Geld, sonst droht die Staatspleite.

(awp/chb)