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IWF fordert mehr Rücksicht auf die sozial Schwachen

Bettlerin in Athen: Griechenland braucht Schuldenerlass, sagt der IWF. Keystone

Der IWF will bei Rettungspaketen künftig stärker auf die Ärmsten achten. Schwere Sozialkürzungen auf Kosten der Bevölkerung müssten vermieden werden, so der Chefökonom mit Blick auf Griechenland.

Veröffentlicht am 02.06.2016

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat dazu aufgerufen, beim Stopfen von Finanzlöchern wie etwa in Griechenland stärker an die sozial Schwachen zu denken. In einigen Ländern habe man die Schulden so stark steigen lassen, dass der Zugang zu den Finanzmärkten auf dem Spiel stehe, sagte IWF-Chefökonom Maurice Obstfeld am Donnerstag in einem internen Interview des Weltwährungsfonds.

Dann bleibe nichts anderes übrig, als den Gürtel enger zu schnallen. «Unsere Forschungen zeigen, dass in solchen Fällen die Armen überproportional belastet werden», sagte Obstfeld. Es sei wichtig, die Schwächsten im Auge zu haben, wenn man haushaltspolitisch justieren müsse.

Griechenland als schlechtes Beispiel

Obstfeld hatte bei seinen Ausführungen die Situation in Griechenland im Auge. Dort wird gegenwärtig um die Bedingungen für ein drittes Hilfspaket gestritten. Der IWF verlangt von den internationalen Geldgebern Schuldenerleichterungen, etwa das Einfrieren der Zinsen auf 1,5 Prozent.

Damit soll verhindert werden, dass Griechenland auf Kosten seiner Bevölkerung weitere schwere Sozialkürzungen vornehmen muss. «Der Schmerz, den Volkswirtschaften aushalten können, hat Grenzen», sagte Obstfeld. In besonderen schwierigen Fällen empfehle der IWF eine Restrukturierung von Schulden, die auch die Geldgeber mittragen müssten. «Das ist der Ansatz, den wir gegenwärtig für Griechenland empfehlen.»

(awp/gku)

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