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Kreditabkommen
IWF hilft Argentinien mit 50 Milliarden Dollar

Argentinien
Argentinien: Streit mit IWF beigelegt.Quelle: Keystone

Argentinien erhält vom IWF bis zu 50 Milliarden Dollar. Dafür verpflichtet sich das Land zu Budgetdisziplin und macht weitere Zusagen.

Veröffentlicht am 08.06.2018

Argentinien hat sich eine Hilfszusage des Internationalen Währungsfonds (IWF) über 50 Milliarden Dollar gesichert. Das am Donnerstag vereinbarte Kreditabkommen soll dem Land als Sicherheitsnetz dienen, um Wirtschaftskrisen wie in der Vergangenheit zu verhindern. Im Gegenzug sagte die Regierung in Buenos Aires mehr Haushaltsdisziplin und eine grössere Unabhängigkeit der Notenbank zu.

Die Vereinbarung bedeutet für das südamerikanische Land eine Kehrtwende. Jahrelang hatte es dem IWF den Rücken gekehrt. Nach der verheerenden Wirtschaftskrise 2001 und 2002 galt der Fonds vielen Argentiniern als Sündenbock, da er aus ihrer Sicht zu harte Sparmassnahmen verlangte. Als Staatspräsident Mauricio Macri Anfang Mai sein Hilfsgesuch einreichte, gab es Proteste. Zu diesem Schritt veranlasst sah sich Macri wegen der Schwäche der heimischen Währung, die für eine steigende Inflation sorgt und die Konjunktur bremst. Hintergrund ist, dass viele internationale Anleger ihre Gelder aus Schwellenländern abziehen, weil steigende Zinsen in den USA dort höhere Renditen versprechen.

«Argentinier müssen Probleme selbst lösen»

«Nichts lässt sich wegzaubern», sagte Finanzminister Nicolas Dujovne. «Der IWF kann helfen, aber wir Argentinier müssen unsere Probleme selbst lösen.» Der Kreditzusage muss noch der IWF-Gouverneursrat zustimmen. Dies werde voraussichtlich am 20. Juni geschehen, sagte Dujovne. Anschliessend würden 30 Prozent der Gesamtsumme ausgezahlt, das seien etwa 15 Milliarden Dollar.

Die Regierung verpflichtete sich, das Haushaltsdefizit im kommenden Jahr auf 1,3 Prozent der Wirtschaftsleistung zu reduzieren. Bislang lautete das Ziel auf 2,2 Prozent. Ferner soll dem Parlament eine Reform der Zentralbank vorgeschlagen werden. Die Einrichtung soll mehr Unabhängigkeit bekommen. Geldtransfers der Notenbank ans Finanzministerium soll es künftig nicht mehr geben. Diese bislang gebräuchliche Praxis gilt als ein wichtiger Faktor, der die Teuerung nach oben trieb.

Schwache Wachstumsprognose

Die Konjunkturaussichten haben sich zuletzt eingetrübt. Für dieses Jahr erwartet die Regierung nur noch ein Wachstum von 1,4 Prozent, für 2019 von 1,5 bis 2,5 Prozent. Bislang lag die Prognose für beide Jahre bei jeweils mehr als drei Prozent.

(reuters/gku)

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