Deutschlands EU-Kommissar Günther Oettinger (CDU) hat sich dafür ausgesprochen, den Internationalen Währungsfonds (IWF) an künftigen Hilfsprogrammen für überschuldete Euro-Länder nicht mehr zu beteiligen. In einem Interview der «Bild»-Zeitung vom Samstag sagte Oettinger, EU und Europäische Zentralbank (EZB) sollten die Programme künftig allein umsetzen.

 

Die Beteiligung des IWF an den laufenden Hilfsprogrammen «in den nächsten zwei bis drei Jahren» sei zwar unverzichtbar, sagte Oettinger. «Aber bei künftigen Programmen sollten EU und EZB den Ehrgeiz haben, das alleine zu stemmen.» Er begründete dies damit, dass es beim IWF viele kritische Stimmen gebe, «die zu recht die Frage stellen, warum ausgerechnet das 'reiche' Europa derzeit 60 Prozent der IWF-Hilfen erhält».