Der Internationale Währungsfonds (IWF) warnt vor der Gefahr einer neuen globalen Konjunkturkrise. Er senkt die Prognose für das weltweite Wirtschaftswachstum für dieses Jahr um 0,4 Prozentpunkte auf 3,3 Prozent. Für 2015 korrigierte der Fonds die Aussichten leicht auf 3,8 Prozent nach unten.

Die Eurozone verliert nach Einschätzung des IWF konjunkturell zunehmend an Fahrt. Die Wirtschaft in den 18 Ländern des Währungsraums dürfte 2014 nur noch um 0,8 wachsen. Die Juli lag die Prognose noch bei 1,1 Prozent. 2015 wird mit 1,3 Prozent gerechnet. Bisher ging der IWF noch von 1,5 Prozent aus.

«Die Abwärtsrisiken haben zugenommen»

Für Deutschland rechnet der Fonds nur noch mit einem Wirtschaftswachstum in diesem Jahr von 1,4 Prozent und im nächsten Jahr von 1,5 Prozent - das ist für 2014 eine Absenkung um einen halben Prozentpunkt und für 2015 um 0,2 Prozentpunkte.

«Trotz Rückschlägen setzt sich die ungleichmässige Erholung der Weltwirtschaft fort», ziehen der IWF und sein Chefökonom Olivier Blanchard unter dem Strich dennoch ein positives Fazit. «Die Abwärtsrisiken haben zugenommen», warnte die Organisation zugleich. Dazu zählten insbesondere die geopolitischen Risiken wie der Konflikt um die Ukraine. Zudem sieht der Fonds gerade im Euro-Raum Gefahren einer Stagnation.

Zinswende in den USA kommt schneller als gedacht

Zum hält der IWF es für möglich, dass die Leitzinsen in den USA rascher steigen als bisher erwartet. Als Gründe die zügige Erholung am amerikanischen Arbeitsmarkt und die zusehends anziehende Inflation.

«In diesem Zusammenhang ist eine wirksame Kommunikationsstrategie wichtig, um zerstörerische Marktreaktionen zu verhindern und die Markterwartungen zu verankern», unterstreicht der IWF. Im Jahr 2013 hatte die Ankündigung der Fed, ihre Konjunkturhilfen abschmelzen zu wollen, zu heftigen Reaktionen an den Finanzmärkten geführt. Besonders hart waren die Schwellenländer betroffen, weil Investoren massiv Kapital abzogen.

«Angemessener» Zeitplan

Wie die meisten Analysten geht der Währungsfonds davon aus, dass die US-Notenbank Fed Mitte 2015 mit Leitzinsanhebungen beginnen wird. Dieser Zeitplan sei angesichts einer immer noch hohen Unterbeschäftigung und niedrigen Inflation «angemessen».

(sda/dbe/ama)
 

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