In der Eurozone dürfte sich die Konjunktur nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) etwas schwächer erholen als bisher gedacht. Für das laufende Jahr geht der IWF nur noch von einem Wirtschaftswachstum von 1,1 Prozent aus, wie aus einem Bericht zur konjunkturellen Entwicklung vom Montag hervorgeht. Im April hatte der Währungsfonds in seinem «World Economic Outlook» noch ein Wachstum von 1,2 Prozent erwartet. Im kommenden Jahr dürfte die Euro-Wirtschaft etwas stärker in Schwung kommen. Der IWF geht dann laut der aktuellen Schätzung von einem Wachstum von 1,5 Prozent aus.

Negative Meldungen lieferte am heutigen Montag auch die Industrie in der Euro-Zone. Die Produktion sank im Mai deutlich um 1,1 Prozent gegenüber dem Vormonat. Weil Schwergewichte wie Deutschland, Frankreich und Italien zuvor bereits schwache Zahlen gemeldet hatten, rechneten Fachleute mit einem Minus. Gesamtwirtschaftlich dürfte die Euro-Zone im zweiten Quartal indes einen leichten Rückschlag auf dem Weg der Erholung erlitten haben. 

Niedrige Inflation eines der gravierendsten Probleme

Nach Ansicht des Internationalen Währungsfonds bleibt eines der gravierenden Probleme im Währungsraum die zu niedrige Inflation. Der IWF rechnet für das laufende Jahr nur noch mit einer durchschnittlichen Inflationsrate von 0,7 Prozent. Das sind 0,2 Prozentpunkte weniger als im April. Im Jahr 2015 dürfte die Teuerung auf 1,2 Prozent steigen. Wenn die Inflation auf einem zu niedrigen Niveau verharre, rät der IWF der Europäischen Zentralbank (EZB) zu weiteren Massnahmen. Die Notenbank hat bereits mehrfach ihre Handlungsbereitschaft im Kampf gegen eine zu niedrige Teuerung signalisiert.

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Die EZB sieht die Preisstabilität im Währungsraum bei einer Inflationsrate von knapp unter 2,0 Prozent als gewährleistet an. Zuletzt hatte die Inflationsrate im Juni deutlich unter dieser Marke bei 0,5 Prozent gelegen.

(awp/moh/vst)