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Analyse
IWF warnt erneut vor Sturm in der Weltwirtschaft

Sturm am Horizont: Der Internationale Währungsfonds appelliert wieder an die Politiker. Keystone

Der Internationale Währungsfonds fordert wegen gestiegener Risiken zusätzliche Schritte der Politik zur Sicherung der Finanzstabilität. In Europa schlummern weiterhin massenhaft faule Bankkredite.

Veröffentlicht am 13.04.2016

Der Internationale Währungsfonds (IWF) fordert wegen gestiegener Risiken zusätzliche Schritte der Politik zur Sicherung der Finanzstabilität. Ein Grund für die grösseren Gefahren seien die jüngsten weltweiten Marktturbulenzen, erklärte der IWF.

Ebenso hätten die sinkenden Rohstoffpreise und die Sorgen um den Zustand der chinesischen Wirtschaft die Gefahren verstärkt, heisst es in dem am Mittwoch in Washington vorgelegten Finanzstabilitätsbericht.

Immer noch die alten Probleme

In den Euroländern müsse unter anderem das Problem der faulen Kredite im Bankensektor angegangen werden, hiess es. Die Staaten der Eurozone sollten zudem die Bankenunion und die gemeinsame Einlagensicherung vorantreiben. Die Schwellenländer müssten zudem ihre Volkswirtschaften unabhängiger vom Rohstoffgeschäft machen, so die Ökonomen.

Nach massiven Turbulenzen an den Finanzmärkten zum Jahresbeginn habe sich die Lage seit Februar zwar beruhigt. Die entscheidende Frage sei aber, ob die Turbulenzen inzwischen überwunden seien oder ob sie eher als «Warnsignal» zu verstehen seien, sagte IWF-Finanzmarktexperte Jose Vinals.

«Ich denke, dass letzteres der Fall ist. Es muss mehr getan werden, um weltweit für Stabilität zu sorgen.» Der IWF fordert einen Mix aus Strukturreformen, staatlichen Konjunkturprogrammen und weiteren Finanzmarktreformen. Die Geldpolitik allein könne die Probleme nicht lösen.

Gefahr weltweiter Stagnation und Rezession

Sollten solche Reformmassnahmen ausbleiben, könnten die Börsenturbulenzen sich sogar verstärken, warnte der IWF. Schwächeres Wachstum, schärfere Finanzierungsbedingungen und steigende Schuldenlasten seien mögliche Folgen.

Die Weltwirtschaft drohe dann in eine Phase der Stagnation zu geraten - in den nächsten fünf Jahren könne dies das globale Wachstum um 3,7 Prozentpunkte schmälern.

Der Fonds hatte am Dienstag bereits zum zweiten Mal binnen weniger Monate seine Wachstumsprognosen zurückgenommen. Die globale Wirtschaftsleistung wird demnach in diesem Jahr nur noch um 3,2 statt um 3,4 Prozent zulegen und im nächsten Jahr um 3,5 statt um 3,6 Prozent.

(sda/chb)

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