Die amerikanische Notenbank Fed behält ihren Kurs einer zusehends weniger lockeren Geldpolitik bei. Die Wertpapierkäufe zur Belebung der Konjunktur werden um weitere 10 Milliarden US-Dollar verringert, wie die Federal Reserve am Mittwochabend in Washington mitteilte.

Ab April nimmt die Fed damit Staatsanleihen und Hypothekenpapiere im Wert von monatlich 55 Milliarden Dollar in ihre Bücher. Das sind 30 Milliarden Dollar weniger als vor Beginn der im vergangenen Dezember eingeläuteten geldpolitischen Wende. Seither hat die Fed ihre Stützungskäufe drei Mal verringert.

Geldpolitik bleibt noch lange locker

Die Notenbank bekräftigte, die Wertpapierkäufe weiter reduzieren zu wollen, soweit der Arbeitsmarkt sich weiter erhole und der gegenwärtig schwache Preisauftrieb sich wieder ihrem Zielwert von zwei Prozent nähere.

Allerdings schränkte die Fed erneut ein, dass dieser Kurs nicht vorgezeichnet sei. Selbst nach Einstellung der Käufe - Bankvolkswirte rechnen damit im Herbst 2014 - werde die Geldpolitik locker bleiben, heisst es in der Erklärung.

Neues Zinsversprechen

Derweil wird die Fed ihre Zinspolitik nicht mehr vorrangig an der Arbeitslosenquote ausrichten. Künftig soll eine Reihe von Informationen herangezogen werden, teilte die Federal Reserve weiter mit. Dazu gehören Indikatoren vom Arbeitsmarkt, zur Inflation und zu den Inflationserwartungen sowie zum Finanzsystem. Der bisherige Schwellenwert einer Arbeitslosenquote von 6,5 Prozent wird nicht mehr genannt.

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Das neue Zinsversprechen (Forward Guidance) stellt eine Abkehr vom bisherigen Vorgehen dar. Seit Ende 2012 hatte die Fed zugesichert, ihren wichtigsten Leitzins (Fed Funds Rate) nicht anzuheben, so lange die Arbeitslosenquote über 6,5 Prozent liegt. Ausgehend von einem Höchstwert in der Krise von zehn Prozent ist sie mittlerweile auf 6,7 Prozent gefallen.

Um die Konjunktur weiter zu beleben, will die Fed die Zinsen aber noch nicht anheben. Deswegen war eine Änderung des Zinsversprechens, das bereits im vergangenen Dezember stark relativiert worden war, notwendig geworden.

Wachstumsprognose leicht gesenkt

Die konjunkturelle Entwicklung bewertete die Notenbank etwas weniger zuversichtlich. Ihre Wachstumsprognosen senkte sie bis ins Jahr 2016 leicht. In ihrer Erklärung heisst es, die wirtschaftliche Aktivität habe sich in den Wintermonaten abgeschwächt. Teilweise sei dafür das strenge Winterwetter verantwortlich. Für den Arbeitsmarkt zeigt sich die Fed hingegen etwas zuversichtlicher, während ihr Inflationsziel erst in der längeren Frist erreicht werden dürfte.

Ihren wichtigsten Leitzins, die Fed Funds Rate, liess die Notenbank unangetastet. Er liegt nach wie vor in einer Spanne von null und 0,25 Prozent. Bankvolkswirte hatten mit den Entscheidungen gerechnet.

Die neue Fed-Chefin Janet Yellen wird vor die Presse treten, um die Beschlüsse zu erläutern. Es war das erste Mal, dass Yellen die zweitägige Sitzung des geldpolitischen Ausschusses FOMC leitete. Im Februar war sie ihrem langjährigen Vorgänger Ben Bernanke nachgefolgt.

Wall Street lässt Federn

Die US-Börsen haben mit Verlusten auf den neuen geldpolitischen Kurs der US-Notenbank reagiert. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,7 Prozent schwächer bei 16'222 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 büsste 0,6 Prozent auf 1860 Zähler ein. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verabschiedete sich ebenfalls 0,6 Prozent schwächer auf 4307 Stellen.

(sda/reuters/dbe/chb)