Das Votum auf der Krim hält Investoren rund um den Globus in dieser Woche in Lauerstellung: Noch ist unklar, wie USA und EU auf den Wunsch der Menschen in der Ostukraine nach einem Anschluss an Russland reagieren. Der amerikanische Präsident Barack Obama betonte bereits, die Volksabstimmung nicht akzeptieren zu wollen. Entsprechend ist zu befürchten: Für die Finanzmärkte birgt das Referendum Eskalationspozenzial. Für die Weltkonjunktur sind die Auswirkungen ebenfalls negativ.

Immerhin zeichnet sich klarer ab, dass die aktuelle Wachstumsschwäche in den USA ungeachtet der Krim-Krise nur temporär und massgeblich dem kalten Winter geschuldet sein dürfte: Für März rechnen Einkäufer in der Industrie wieder mit etwas besseren Geschäften. Ebenso betonte die neue Fed-Chefin Janet Yellen nun, dass der schneereiche Winter die Stimmung der Konsumenten nur vorübergehend belaste. Ein entsprechendes Barometer war am Freitag leicht gesunken.

Normalisierung von US-Geldpolitik hält an

Erstmals in der 100-jährigen Geschichte der US-Notenbank wird mit Yellen an diesem Donnerstag eine Frau den Zinsentscheid bekannt geben: So historisch dieses Ereignis anmutet, so wenig spektakulär scheint das Ergebnis auszufallen. Fast alle Fachleute rechnen damit, dass der monatliche Ankauf von Staatsanleihen um weitere 10 Milliarden Dollar verringert wird – das hatte die Fed bereits im Dezember und Januar beschlossen. Wegen der vorübergehenden Konjunkturprobleme wurde im Februar eine Pause eingelegt.

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Den Leitzins hält die Fed mit bis zu 0,25 Prozent voraussichtlich stabil. Noch ist die Schwächephase nicht beendet, entsprechend könnte die US-Wirtschaft in dieser Woche noch einmal durchwachsene Daten liefern: Mehr Aufschluss über die Verfassung der grössten Volkswirtschaft der Welt geben Produktionswerte der Industrie (heute) und neue Veröffentlichungen zu Baubeginnen und -genehmigungen am Häusermarkt (morgen).

SNB bleibt bei ihrer Krisen-Rhetorik

Auch die Schweizer Nationalbank (SNB), die an diesem Donnerstag die geldpolitische Lage beurteilt, dürfte Kurs halten: Im Zentrum steht ebenfalls die Unsicherheit bezüglich der Weltwirtschaft. An der Franken/Euro-Grenze werden die Notenbanker rhetorisch ebenfalls nicht rütteln – ungeachtet der jüngsten Erholung an den Anleihemärkten in den europäischen Krisenländern Italien und Spanien.

«Zinserhöhungsdiskussionen werden dadurch im Keim erstickt – trotz der von der Nationalbank befürchteten Ungleichgewichte am Immobilienmarkt», sagt Roland Kläger von Raiffeisen Schweiz. Seiner Ansicht nach haben sich in Teilen des Immobilienmarktes wegen der tiefen Zinsen bereits «Übertreibungen» gebildet.

Swatch liefert Zahlen

Die Berichtssaison neigt sich derweil langsam ihrem Ende entgegen. Ein Highlight ist ebenfalls am anstehenden Donnerstag zu erwarten: Swatch-Chef Nick Hayek wird die Zahlen fürs abgelaufene Jahr präsentieren.