Die Japaner nehmen vor der Mehrwertsteuererhöhung im April Geld in die Hand. Die Industrieproduktion stieg im Januar um vier Prozent, wie am Freitag veröffentlichte Daten des Handelsministeriums hervorging. Das deutet auf eine starke Binnennachfrage hin. Der Einzelhandelsumsatz bestätigte mit einem Plus von 4,4 Prozent im Jahresvergleich diesen Trend, wie auch der Anstieg der Ausgaben bei Privathaushalten von 1,1 Prozent. Beide Zahlen lagen über den Expertenerwartungen.

Die Ausgaben der Privathaushalte sind damit den fünften Monat in Folge gestiegen. Das Geld wird für Kleidung, Autos und Inlandsreisen auf den Tisch gelegt. Im April soll die Mehrwertsteuer auf acht von derzeit fünf Prozent angehoben werden, weswegen viele Verbraucher grössere Anschaffungen vorziehen.

Weiterer Kurs unklar

Unklar bleibt, wie es nach April weitergeht. «Ich bin nicht zuversichtlich, was die Zeit nach der Steuererhöhung angeht», sagt Norio Miyagawa von Mizuho Securities Research & Consulting. «Die Verbraucher werden nicht mehr so viel ausgeben. Beim Export gibt es viele Unsicherheiten.» Die Mehrwertsteuererhöhung zielt darauf ab, die ausufernde Staatsverschuldung in den Griff zu bekommen.

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Die Verbraucherpreise für das Land als Ganzes legten im Januar um 1,3 Prozent zu. Dabei blieb die Arbeitslosenquote unverändert bei 3,7 Prozent – ein Sechs-Jahres-Tief.

(reuters/moh)