Die japanischen Exporteure machen dank des schwachen Yen Boden gut. Ihre Ausfuhren stiegen im Oktober wegen der boomenden Nachfrage nach Autos so stark wie seit über drei Jahren nicht mehr. Sie erhöhten sich um 18,6 Prozent zum Vorjahresmonat, teilte das Finanzministerium am Mittwoch mit.

Experten halten sogar ein noch kräftigeres Wachstum für möglich.«Wenn sich die Industriestaaten erholen, können die japanischen Ausfuhren noch mehr zulegen », sagte der Chefökonom des Norinchukin-Instituts, Takeshi Minami. Bereits jetzt sei die Nachfrage aus den USA robust.«Und die europäischen Volkswirtschaften scheinen das Schlimmste hinter sich zu haben», sagte der Experte.

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Boom beim Autoexport

Ihren Aufwärtstrend verdanken die Japaner vor allem den starken Ausfuhren von Fahrzeugen, die im Oktober um nahezu ein Drittel zulegten. Weltmarktführer Toyota ist wegen der guten Geschäfte in den USA nahe dran, seinen vor der Lehman-Krise erreichten Rekordgewinn zu brechen. Toyota kommt dabei im Kampf gegen Konkurrenten wie Volkswagen zugute, dass der Yen in diesem Jahr um rund 14 Prozent zum Dollar gefallen ist. Das macht japanische Produkte im Ausland billiger.

Einfuhren teurer

Schattenseite des abgewerteten Yen sind die Importe. Sie zogen um 26,1 Prozent an, weil sich wegen der billigeren Währung viele der oft in Dollar abgerechneten Einfuhren verteuern. Japan ist ausserdem aufgrund der Abschaltung seiner Atomkraftwerke nach der Fukushima-Katastrophe 2011 mehr denn je auf den Import fossiler Brennstoffe angewiesen.

Dadurch weist die Exportnation seit einiger Zeit ein Handelsdefizit auf. Allein im Oktober übertrafen der Wert der Einfuhren den der Exporte um umgerechnet rund 10 Milliarden Franken.

(sda/tke/se)