Japans Wirtschaft profitiert weiter von der schwachen heimischen Währung Yen und dem niedrigen Ölpreis. Im März hat das Land erstmals seit fast drei Jahren ein Plus in der Handelsbilanz erwirtschaftet. Der Überschuss belief sich auf 229,3 Milliarden Yen (1,8 Milliarden Euro), wie das Finanzministerium der drittgrössten Volkswirtschaft auf vorläufiger Basis bekanntgab. Experten hatten zwar ein Plus in der Handelsbilanz erwartet, dabei aber nur mit knapp 50 Milliarden Yen gerechnet.

Die Ausfuhren stiegen im März um 8,5 Prozent auf 6,9 Billionen Yen. Es war der siebste Anstieg hintereinander. Dabei profitierte die Wirtschaft vom Kurs der japanischen Regierung und Notenbank, die den Aussenwert der heimischen Währung Yen schon seit einiger Zeit schwächen. Damit steigen wiederum die Exportchancen von Unternehmen wie zum Beispiel dem Autohersteller Toyota oder dem Elektronikkonzern Sony.

Rote Handelsbilanz

Auf der anderen Seite verteuert der schwache Yen die Importe. Da Japan seit der Reaktorkatastrophe in Fukushima vor vier Jahren und der deshalb ausgesetzten Atomenergie-Produktion bei der Energieversorgung auf Einfuhren angewiesen ist, legten diese in den vergangenen Jahren meistens zu. Dank des seit einiger Zeit anhaltenden Ölpreisverfalls hat sich der Trend zuletzt umgekehrt. Im März gingen die Einfuhren den dritten Monate in Folge zurück. Sie sanken um um 14,5 Prozent auf 6,7 Billionen Yen.

Das am 31. März beendete Fiskaljahr 2014 schloss Japan mit einem Defizit von 9,1 Billionen Yen ab. Damit ist die Handelsbilanz des Landes auf Jahressicht zum vierten Mal in Folge rot. Im Fiskaljahr davor war alleredings noch ein Minus von knapp 14 Billionen Yen angefallen.

(awp/dbe/gku)