Die japanische Konjunktur erholt sich nach den Worten von Ministerpräsident Shinzo Abe dank seiner Wirtschaftpolitik stetig. Die Regierung werde an ihrer Wachstumspolitik bis Herbst festhalten, kündigte Abe nach Bekanntgabe der Konjunkturzahlen an. Zur geplanten Anhebung der Umsatzsteuer äusserte sich der Regierungschef nicht.

Zuvor hatten die offiziellen Konjunkturdaten ergeben, dass die Wirtschaft mit Hilfe der ultralockeren Geldpolitik der Zentralbank von April bis Juni das dritte Quartal in Folge gewachsen ist. Die Dynamik liess aber nach, und der Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) lag im zweiten Quartal 2013 im Vergleich zum Vorquartal mit 0,6 Prozent unter den Erwartungen der Volkswirte. Auf Jahresfrist gerechnet ergibt sich ein BIP-Wachstum von 2,6 Prozent; Analysten erwarteten hier ein Plus von 3,6 Prozent.

Wirtschaftminister Akira Amari sagte, das Wachstum sei ein Effekt von Abe Konjunkturpolitik. Er gehe davon aus, dass der private Konsum wie bisher weiter steige. Die dahinter noch zurückbleibenden Investitionsausgaben müssten allerdings weiter gefördert werden.

Ein Wirtschaftsberater Abes verwies allerdings darauf, dass das Wachstum für die geplante Anhebung der Umsatzsteuer noch zu gering sei. Mit den Steuererhöhungen soll die Schuldenlast des Landes reduziert werden. Ab wann die Erhöhungen kommen sollen, wird derzeit in Japan kontrovers diskutiert.

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Analysten erwarteten mehr

Der private Konsum stieg den Angaben zufolge um 0,8 Prozent im Vergleich zum Vorquartal und damit mehr als von Analysten (plus 0,5 Prozent) prognostiziert. Deutlich geringer als erwartet fielen hingegen die Investitionsausgaben aus. Sie sanken um 0,1 Prozent. Analysten hatten mit einem Plus von 0,7 Prozent gerechnet.

(chb/reuters)