Die Abwertung des Yen beschleunigt sich: Der Dollar ist  auf ein Vier-Jahres-Hoch von 101,19 Yen gestiegen. Am Donnerstag hatte der Greenback nach unerwartet starken US-Arbeitsmarktdaten bereits die 100-Yen-Marke durchbrochen. Einige Investoren spekulieren laut Händlern darauf, dass die US-Notenbank Fed ihre Anleihenkäufe bald zurückschraubt, sollte sich der Arbeitsmarkt nachhaltig stabilisieren.

Bei der japanischen Zentralbank ist dagegen noch kein Ende der ultralockeren Geldpolitik in Sicht. Die Währungshüter hatten erst Anfang April angekündigt, in weniger als zwei Jahren 1,4 Billionen Dollar in den Kreislauf pumpen zu wollen - vor allem über den Ankauf von Staatsanleihen, börsengehandelten Indexfonds und Immobilienfonds. Der Leitzins spielt dagegen vorerst keine Rolle mehr.

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Heimische Investoren greifen zu

Jetzt, wo die 100-Yen-Marke durchbrochen sei, dürfte der nächste Widerstand erst wieder bei 105 Yen liegen, prognostiziert Kathy Lien von BK Asset Management in New York. Marktbeobachter gehen davon aus, dass japanische Investoren wegen der rückläufigen Renditen bei den Staatsanleihen des Landes verstärkt auf US-Staatstitel umschwenken könnten, was den Yen weiter belasten dürfte. Daten der Regierung zeigten am Freitag bereits, dass die heimischen Investoren in den vergangenen zwei Wochen verstärkt bei ausländischen Bonds zugegriffen haben.

(se/reuters)