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Einbruch
Japans Wirtschaft schrumpft deutlich

Japanischer Künstler: Japan rechnet mit einer Konjunkturerholung.   Keystone

Das BIP der drittgrössten Volkswirtschaft der Welt ist so stark gesunken wie seit der Tsunami-Katastrophe 2011 nicht mehr. Grund ist die Mehrwertsteuererhöhung. Die Notenbank steht unter Druck.

Veröffentlicht am 13.08.2014

Die japanische Wirtschaft ist im Frühjahr so stark geschrumpft wie seit der Tsunami-Katastrophe im März 2011 nicht mehr. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sank im zweiten Quartal auf das Jahr hochgerechnet um 6,8 Prozent, wie die Regierung mitteilte.

Vor allem die Mehrwertsteuererhöhung Anfang April schlug zu Buche und drückte auf den Konsum. Im ersten Quartal war die drittgrösste Volkswirtschaft der Welt noch um 6,1 Prozent gewachsen, weil die Verbraucher Käufe vorzogen, um Preiserhöhungen wegen der Steueranhebung zu umgehen.

Rückgang fiel geringer aus

Der BIP-Rückgang fiel aber etwas geringer aus als von Experten erwartet, die mit einem Minus von 7,1 Prozent gerechnet hatten. Zum Vorquartal schrumpfte das BIP um 1,7 Prozent und damit ebenfalls etwas weniger als von Experten kalkuliert.

Dennoch könnten die Zahlen die Notenbank unter Druck setzen, die Geldpolitik weiter zu lockern, sollten Exporte und Konsum weiter schwächeln. Allerdings hatte Notenbank-Chef Haruhiko Kuroda mit einem Rückgang des BIP gerechnet. Zudem zeigte er sich überzeugt, dass die Wirtschaft den Mehrwertsteuer-Effekt wegstecken und schon im dritten Quartal wieder wachsen wird.

Laxe Geldpolitik

Die Regierung jedenfalls sieht derzeit keinen Grund ihre Sicht der Wirtschaftsentwicklung zu ändern. Es sei weiter mit einer moderaten Konjunkturerholung zu rechnen, da der Steuereffekt schwinde, erklärte Wirtschaftsminister Akira Amari.

Die Notenbank verfolgt mit ihrer laxen Geldpolitik das Ziel, die Inflationsrate an die Marke von zwei Prozent heranzubringen. Japan steckte rund 15 Jahre in einer Deflation, also einer Spirale aus fallenden Preisen. Dies lähmt die Wirtschaft, weil Verbraucher in Erwartung weiter fallender Preise weniger konsumieren und Unternehmen Investitionen aufschieben.

(sda/dbe)
 

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