Zuchwil im Sommer 2012: In der 8829 Einwohner zählenden Vorortsgemeinde von Solothurn stehen derzeit 7,5 Prozent der Wohnungen leer. Im ganzen Kanton sind es 2,1 Prozent. Das ist Schweizer Negativrekord. Als Wohnort ist Zuchwil nicht wirklich gefragt. Die Gemeindeverantwortlichen müssen schon zufrieden sein, wenn die Bevölkerung nicht weiter sinkt.

Während die Einwohnerzahl der Schweiz auf rekordhohe 8 Millionen zustrebt, nahm sie in Zuchwil in den letzten 20 Jahren um 5 Prozent ab. Entsprechend schwach steigen auch die Preise für Immobilien. Gerade mal 14 Prozent legten sie in den letzten zehn Jahren zu, während rundherum diskutiert wird, wann die Blase am überhitzten Immobilienmarkt platzt.

Auch interessant
 
 
 
 
 
 

Zuchwil ist die Antipode zu den grossen Schweizer Ballungsräumen. Um 1 bis 2 Prozent pro Jahr stieg die Bevölkerung der Stadt Genf in den letzten Jahren. Die Preise für Eigentumswohnungen schossen seit dem Jahr 2000 um über 300 Prozent in die Höhe. Die Einwohnerzahl der Stadt Zürich nahm ebenso schnell zu. In den umliegenden Gemeinden mit Seeanstoss kletterten die Immobilienpreise innert drei Jahren um 30 Prozent.

Dabei ist der Schweizer Immobilienmarkt keineswegs so homogen, wie es die Durchschnittszahlen vermuten lassen. Es gibt Ortschaften, an denen der Boom fast spurlos vorbeigeht. Und es gibt Gemeinden, wo die Preise gar sinken. So kosten etwa in Trubschachen BE Einfamilienhäuser heute 21 Prozent weniger als vor zwölf Jahren. In Rocourt JU beträgt das Minus 23 Prozent, in Peist GR 20 Prozent.

Der auseinanderdriftende Immobilienmarkt zeigt sich dabei nicht nur in massiven Unterschieden bei Leerständen und Preisentwicklung. Auch bei der Bereitschaft zu investieren, klaffen die Werte massiv auseinander. In Zuchwil betrugen die jährlichen Neubauinvestitionen pro Kopf über die letzten zehn Jahre 720 Franken. In Meienried bei Grenchen sind es gerade mal 10 Franken. Laax GR oder Chavannes de Bogis VD kommen auf 15'000 bis 17'000 Franken.

Lesen Sie den ganzev Artikel in der aktuellen Ausgabe der «Handelszeitung».

Sehen Sie in unserer Bildgalerie, wo Immobilien zwischen 2000 und 2012 billiger wurden: