Seit Beginn der Woche stürzte der Russische Rubel zum Euro um etwa fünf Prozent. Beobachter machen die jüngste Abstufung der USA durch die Ratingagentur Standard & Poors verantwortlich. Am Dienstag sackte die russische Währung um 94,49 Kopeken auf 41.9039 Rubel je Euro ab. Monatelang hatte der Wechselkurs bei unter 39 Rubel je Euro gelegen.

Der russische Leitindex RTS verlor bis zum Dienstagnachmittag 5,5 Prozent, nachdem er bereits am Vortag um 8 Prozentpunkte eingebrochen war. Medien in Moskau fürchteten gar ein «Ende der fetten Jahre» für Russland.

Noch vor kurzem hatte Regierungschef Wladimir Putin den Rubel als «regionale Leitwährung» ins Gespräch gebracht. Nun befürchten Wirtschaftsexperten nach Angaben der Zeitung «Nesawissimaja Gaseta» infolge der dramatischen Entwicklung auf den Märkten eine Neuauflage der Krise von 2008. Dagegen behaupten andere Beobachter, dass die jüngsten Konjunkturschwankungen «spekulativen Charakter» hätten.

Die Krise von 2008 hatte in Russland ebenfalls mit einem Börsensturz und einer Abwertung des Rubel begonnen. Der russische Leitindex RTS verlor damals binnen fünf Monaten rund 72 Prozent, der Rubel brach um etwa 25 Prozent ein.

(sda/laf/kgh)