Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), hat im vergangenen Jahr umgerechnet rund 378'240 Euro verdient. Das geht aus der heute in Frankfurt veröffentlichten Jahresbilanz der EZB hervor. Draghi verdient damit mehr als doppelt soviel wie sein Pendant bei der US-Notenbank Fed. Die neue Fed-Chefin Janet Yellen soll in diesem Jahr 201'700 US-Dollar – also knapp 147'000 Euro – erhalten. 

Zwar ist Yellen das wichtigste Oberhaupt einer nationalen Zentralbank – und für viele die mächtigste Frau der Welt. Im Portemonnaie macht sich dies indes kaum bemerkbar. Selbst der Präsident der Schweizerischen Nationalbank (SNB) verdient mehr. Und zwar deutlich: Im Jahr 2012 erhielt SNB-Chef Thomas Jordan eine Gesamtvergütung von 942'000 Franken – umgerechnet sind das gut 770'000 Euro und damit fünfmal das Gehalt von Yellen. 

Superstar Mark Carney verdient am meisten 

Besonderes Aufsehen erregte im vergangenen Jahr jedoch der Fall des Kanadiers Mark Carney. Seit Juli ist er als erster Nicht-Brite in der Geschichte des Vereinigten Königreichs Präsident der Bank of England – und verdient dort umgerechnet rund eine Million Euro im Jahr. Selbst Premier David Cameron erhält gerade mal ein Sechstel von Carneys Lohn.   

Anzeige

Für viele Fachleute verdient Carney damit zu viel für einen Mann, der lediglich die Inflation im Auge behalten muss und entsprechend den Leitzins senken oder erhöhen muss. Carney aber interpretiert seine Rolle etwas freier.

In der Branche ist er so etwas wie der Superstar: Lange führte er die kanadische Zentralbank. Seine Politik gilt Experten als mitverantwortlich dafür, dass die nordamerikanische Wirtschaft ohne nennenswerte Rezession durch die Finanzkrise 2008/09 kam. Das Bankensystem gilt als eines der am besten regulierten weltweit, keine einziges Finanzinstitut musste vom Steuerzahler gerettet werden.

(mit Material von awp)