Die Grossbank UBS sieht weiterhin Gefahren für den Schweizer Immobilienmarkt: Der von ihr berechnete Immobilienblasenindex stieg im vierten Quartal 2013 um 0,03 Indexpunkte auf aktuell 1,23 Punkte. Die Fallhöhe und das Risiko einer Korrektur sind somit angestiegen.

Hauptsächlich dafür verantwortlich seien höhere Preise bei Wohnimmobilien, die zuletzt um 3,6 Prozent angestiegen seien, teilte die UBS mit. Die UBS sieht allerdings auch Hinweise für eine Marktberuhigung. Primär sei dies auf fallende oder stagnierende Preise in den Hotspots am Genfersee und Zürichsee zurückzuführen, während die Preise in der Ostschweiz stark zulegten.

Das Blasenrisiko könnte gemäss den UBS-Experten jedoch relativ schnell überwunden werden. Ein Preisrückgang von 5 Prozent oder ein Rückgang des Hypothekarwachstums auf unter 2 Prozent würden dazu ausreichen, im laufenden Jahr die Risikozone zu verlassen, heisst es in der Mitteilung.

UBS kritisch gegenüber Kapitalpuffer

Dem Erfolg von regulatorischen Massnahmen steht die UBS kritisch gegenüber. Die Erhöhung des antizyklischen Kapitalpuffers bei Banken durch den Bundesrat vernachlässige die regionalen Besonderheiten des Marktes. Zudem könnten strenge Richtlinien bei der Kreditvergabe zu einer Kreditverknappung führen und einen übertriebenen Preiszerfall mit sich bringen.

Die UBS unterscheidet zwischen Regionen mit hohem und solche mit erhöhtem Korrekturpotential. Martigny wird neu zu jenen Regionen mit einem hohen Gefahrenpotenzial gezählt. Eine Beruhigung beobachtet die UBS im Unteren Baselbiet sowie im Saanen-Obersimmental. Diese wie auch die Regionen Baden und Lugano finden sich neu auf der Liste der Gebiete mit erhöhtem Korrekturrisiko.

SNB-Danthine: Wertverlust und steigende Zinsen

Die UBS ist nicht die einzige, die Risiken im Immobilienmarkt ausmacht. Auch der Vize-Präsident der Schweizerischen Nationalbank (SNB), Jean-Pierre Danthine, warnte in einem Interview mit dem «SonntagsBlick».

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Käufer müssten mit einem zukünftigen Wertverlust ihrer Immobilien rechnen. Ebenso müssten sie steigende Zinsen verkraften können. Einem Risiko seien nicht nur Hotspots wie Zürich oder Genf ausgesetzt, sondern die gesamte Schweiz, da im Krisenfall überall die Preise fallen würden, sagte Danthine. Dass die Banken trotz den Risiken weiterhin günstige Hypotheken vergeben, sei zwar ein Problem, aber aufgrund der tiefen Zinsen und Margen nachvollziehbar.

Eine Studie der ETH-Zürich und des Vergleichdienstes comparis.ch von letzter Woche kam hingegen zum Ergebnis, dass sich der Schweizer Immobilienmarkt abkühle. Die Zahl von «kritischen Bezirken» sank demnach von drei auf einen. Untersuchungsgegenstand war dabei die Entwicklung der Preisdynamik, nicht absolute Preise.

(sda/vst)