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Anleihen
Kauft die EZB nun für 1.1 Billion Euro ein?

Notenbankchef Mario Draghi: Was verkündet er am Donnerstag? Keystone

Die Europäische Zentralbank erwägt laut Medienberichten, monatlich 50 Milliarden Euro an Zentralbankgeld in die Märkte zu pumpen. Kommt es so, dürfte die EZB die Erwartungen von Experten übertreffen.

Veröffentlicht am 21.01.2015

Die Europäische Zentralbank (EZB) erwägt laut einem Bericht des «Wall Street Journal» den Ankauf von Anleihen im Volumen von rund 50 Milliarden Euro pro Monat. Die Käufe sollen mindestens über ein Jahr andauern, wie die Zeitung unter Berufung auf mit dem Vorgang vertraute Personen berichtet.

Das EZB-Direktorium habe am Dienstag über diesen Vorschlag beraten, der dann als Vorlage für die Diskussionen im EZB-Rat am Donnerstag dienen solle. Die endgültigen Zahlen könnten sich allerdings noch ändern. Die EZB lehnte eine Stellungnahme zu dem Bericht ab.

Bis zu 1.1 Billon Euro?

Andere Medien berichten von der gleichen monatlichen Summe, aber über einen längeren Zeitraum: Der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge soll das Programm bis Ende 2016 laufen – unterm Strich würden so bis zu 1100 Milliarden Dollar zusammenkommen. Laut « Financial Times» könnte das Programm ein bis zwei Jahre laufen, die britische Finanzzeitung nennt als monatliche Summe ebenfalls 50 Milliarden Euro.

Dies würde bedeuten, dass die EZB insgesamt mindestens 600 Milliarden Euro in Staatsanleihen investieren könnte, maximal sogar 1200 Milliarden Euro. Damit würde sie die Erwartungen vieler Finanzexperten übertreffen: Sie rechnen laut Umfragen bislang mit einem Umfang von durchschnittlich rund 550 Milliarden Euro.

Wer haftet für mögliche Anleihekäufe?

Die geldpolitischen Entscheidungsträger treffen sich ab dem heutigen Mittwoch, um ihre Zinssitzung zu beginnen. Das Ergebnis des Treffens wird am Donnerstag bekanntgegeben. Viele Fachleute erwarten, dass Notenbankchef Mario Draghi ein umfassendes Wertpapierkaufprogramm verkünden wird.

Unklar ist bislang, ob die einzelnen Mitgliedsstaaten für Anleihekäufe der eigenen Länder selbst haften sollen oder nicht. Deutschland und die Niederlande drängen laut Berichten darauf. Südeuropäische Länder wie Italien stellen sich dagegen, weil das Massnahmenpaket der EZB dann deutlich weniger Effekte zeigen dürfte.

(reuters/awp/tno/ama/moh)

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