Trotz des Konjunktureinbruchs in den USA peilt die Notenbank weiter die erste Zinserhöhung seit fast zehn Jahren an. Dabei will sie aber noch Fortschritte auf dem Weg zur angestrebten Vollbeschäftigung sehen, bekräftigte die Federal Reserve am Mittwoch.

Zudem soll sich die Inflation wieder in Richtung des Zielwerts von zwei Prozent bewegen. Auf die US-Konjunktur blicken die Geldpolitiker um Fed-Chefin Janet Yellen nun allerdings pessimistischer als zuletzt.

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Lahme Wirtschaft

Das Wachstum habe sich in den Wintermonaten verlangsamt. Dies sei «teilweise auf vorübergehende Faktoren» zurückzuführen, hiess es einschränkend. Die Finanzmärkte reagierten kaum auf die Erklärung.

Viele Marktteilnehmer erwarten höhere Zinsen erst für September oder zum Jahresende – es wäre die erste geldpolitische Straffung seit Juni 2006. Die US-Konjunktur stagnierte im ersten Quartal überraschend. Der starke Dollar und die ungewöhnlich kalte Witterung setzten der Wirtschaft zu.

Niedrige Inflation

Anders als noch im März schloss die US-Notenbank die Zinswende für die nächste Sitzung nicht explizit aus. Doch erscheint eine Anhebung im Juni wegen des Konjunktureinbruchs eher unwahrscheinlich. Die Fed hält den Leitzins seit dem Höhepunkt der globalen Finanzkrise Ende 2008 auf dem rekordniedrigen Niveau von null bis 0,25 Prozent.

Die Notenbank achtet besonders auf die Entwicklung der Jobs, da sie Vollbeschäftigung fördern soll. Mit einer Quote von zuletzt 5,5 Prozent ist sie diesem Ziel recht nahe. Allerdings fiel der Stellenzuwachs im März mit 126'000 recht mager aus.

Zugleich bereitet die wegen des billigen Öls niedrige Inflation den Geldpolitikern Sorge. Die sogenannte Kernrate – ohne Preise für Energie und Nahrungsmittel – legte zuletzt um 1,4 Prozent zu und ist damit noch weit unter dem Zielwert der Fed.

(sda/ise)