Der Umsatz in der Luxusbranche dürfte 2011 bei 191 Milliarden Euro liegen und damit 10 Prozent über Vorjahr - Luxusuhren und -schmuck sind mit 18 Prozent das am stärksten wachsende Segment - Abverkäufe in markeneigenen Geschäften wachsen 50 Prozent schneller als in Warenhäusern und Chinesische Konsumenten stehen bereits für 20 Prozent des weltweiten Luxusmarktes. 

Die Zahlen sind das Ergebnis der 10. «Luxury Goods Worldwide Market»-Studie der Managementberatung Bain & Company und dem italienischen Verband der HErsteller von Luxusgütern. Bis 2014 erwarten sie für den Luxussektor ein durchschnittliches jährliches Wachstum von 6 bis 7 Prozent.

Die Studie zeigt, dass Kunden allgemein wieder bereit sind, Geld für Luxus auszugeben. Der Trend geht hin zum markeneigenen Ladengeschäft: Die Umsätze dieses Vertriebskanals sind 50 Prozent schneller gewachsen als die Abverkäufe von Luxusartikeln im Warenhaus.

Japan überrascht positiv

Bain rechnet für Europa 2011 mit einem Wachstum von 7 Prozent, für Amerika mit 8 Prozent. Japan ist in diesem Jahr die grösste Überraschung: Die Umsatzrückgänge der Vergangenheit haben sich im letzten Jahr stabilisiert.

Dieses Jahr rechnet Bain mit einem Plus von 2 Prozent. Damit bleibt Japan - trotz Erdbeben und Tsunami - nach den USA weltweit der zweitwichtigste Luxusgütermarkt.

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Auch die Wachstumsraten in den Schwellenländern sind weiterhin hoch. In China wird der Luxusmarkt 2011 um 35 Prozent zulegen, in Brasilien um 20 Prozent und im Nahen Osten um 12 Prozent. Summiert man die Ausgaben für Luxusartikel in China und den Konsum chinesischer Touristen im Ausland, repräsentiert der chinesische Luxusgüterkonsument inzwischen 20 Prozent des weltweiten Marktes.

Steigende Umsätze in allen Kategorien

Auch in allen wichtigen Luxuskategorien erwartet Bain steigende Umsätze: Bekleidung kann 2011 mit einem Plus von 8 Prozent rechnen, sowohl in der Herren- (9 Prozent) als auch in der Damenbekleidung (7 Prozent). Der Verkauf von Parfum- und Kosmetikprodukten wird international um 3 Prozent zulegen, wobei ein Grossteil davon auf aufstrebende Märkte wie China oder Brasilien entfällt.

Die grössten Steigerungsraten werden, wie bereits 2010, bei Accessoires, Uhren und Schmuck zu verzeichnen sein. Mit Accessoires, einschliesslich Schuhe und Lederwaren, werden die Unternehmen 2011 voraussichtlich 13 Prozent höhere Umsätze erzielen. Das liegt vor allem daran, dass diese Produkte oft von Erstkäufern erworben werden und als Einstiegsprodukte gelten. Luxusuhren und -schmuck sind mit einem Umsatzplus von 18 Prozent das Segment mit den stärksten Wachstumsraten 2011.

Anti-Krise im Luxussektor

«Trotz der Schwierigkeiten durch die internationalen Turbulenzen und die wirtschaftliche Unsicherheit erfährt der Luxussektor eine Art Anti-Krise», fasst Rudolf Pritzl, Partner und Konsumgüterexperte bei Bain & Company, die Entwicklungen zusammen. «Wenn die Luxusmarkenhersteller jetzt weiterhin so flexibel agieren wie während des Wirtschaftsaufschwungs, wird der Sektor nach unserer Einschätzung auch künftig andere Kategorien übertreffen können.»

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(kgh/laf)