Eines der grössten griechischen Geldhäuser, die Alpha Bank, hat das nötige Kapital aufgetrieben, um ohne Hilfsgelder weiterarbeiten zu können. Das Institut braucht für die Rekapitalisierung insgesamt 4,571 Milliarden Euro.

Der Mindestbetrag, damit die Banken in Privathänden bleiben, liegt bei zehn Prozent der Gesamt-Rekapitalisierungssumme. Dieser Teilbetrag sei nun aufgetrieben worden, teilte das Institut am Montag mit. Die Alpha Bank ist damit die erste der vier als systemrelevant eingestuften Banken Griechenlands, der dies gelingt.

Wie die deutsche Nachrichtenagentur dpa aus Bankenkreisen in Athen erfuhr, gibt es gute Aussichten, dass zwei weiteren griechischen Grossbanken, der Piräus Bank und der National Bank of Greece, der Schritt auch gelingen könnte.

Eine weitere als systemrelevant angesehene Bank, die Eurobank, hat es bislang nicht geschafft. Sie konnte das nötige Geld für eine Rekapitalisierung nicht aufbringen und musste sich daher für eine Rettung an den griechischen Stabilitätsfonds wenden.

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Das bedeutet praktisch eine Verstaatlichung. Die Eurobank soll zu einem späteren Zeitpunkt vom Stabilitätsfonds wieder verkauft werden. Die Rekapitalisierung der griechischen Banken wird insgesamt mit 50 Milliarden Euro von der EU unterstützt.

«Positives Zeichen»

Am griechischen Arbeitsmarkt sind derweil erste Anzeichen einer Besserung auszumachen: Im Mai gab es mehr Einstellungen als Entlassungen. Wie das Arbeitsministerium am Montag in Athen mitteilte, wurden 124'295 Menschen eingestellt. Dagegen seien 68'562 Arbeitnehmer entlassen worden oder hätten gekündigt.

Auch die Bilanz der ersten fünf Monate ist positiv: Von Januar bis Ende Mai wurden 76'193 Menschen mehr eingestellt als entlassen.

«Es ist ein weiteres positives Zeichen», erklärte Arbeitsminister Ioannis Vroutsis am Radio. Griechenland setze den Kampf gegen die schlimmste Auswirkung der Finanzkrise, die Arbeitslosigkeit, fort. Dabei dürfe man jetzt nicht nachlassen. Griechenland gehört zu den Euroländern mit der höchsten Arbeitslosigkeit, derzeit liegt sie bei 27 Prozent.

Fortschritte attestiert

Auch ein anderes Krisenland sorgte am Montag für positive Schlagzeilen: Spanien erhielt für sein Reformprogramm gute Noten der internationalen Geldgeber.

Das Land sei bei der Sanierung des Bankensystems auf dem richtigen Kurs, schrieben die EU-Kommission, die Europäische Zentralbank (EZB) und der Internationale Währungsfonds (IWF) in einem Zwischenbericht.

Gleichzeitig warnten sie vor Nachlässigkeit: Angesichts der schwierigen Lage im Immobiliensektor müsse der spanische Bankensektor weiterhin streng überwacht werden. Auch die hohe Arbeitslosigkeit stelle ein Risiko für die wirtschaftliche und finanzielle Lage des Landes dar.

Spanien hatte zur Sanierung seiner Banken Hilfskredite in Höhe von 40 Milliarden Euro in Anspruch genommen und sich zur Reform seines Finanzsystems verpflichtet.

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(tke/vst/sda)