Die Konjunktur im Euroraum kommt nach Jahren der Krise langsam in Schwung. Die Wirtschaft in den 18 Euro-Staaten wird nach Einschätzung der EU-Kommission im laufenden Jahr um 1,2 Prozent wachsen, das sind 0,1 Punkte mehr als bisher angenommen. Für das kommende Jahr wird ein Plus von 1,8 Prozent erwartet, das sind ebenfalls 0,1 Punkte mehr. Die Konjunktur in Europa fasse Tritt, bilanzierte EU-Währungskommissar Olli Rehn in Strassburg. Noch im vergangenen Jahr war die Euro-Wirtschaft um 0,4 Prozent geschrumpft.

«Die Stärkung der Binnennachfrage in diesem Jahr dürfte uns zu einem ausgewogeneren, nachhaltigeren Wachstum verhelfen», so der Finne. Die Arbeitslosigkeit sei nach wie vor hoch. Rehn forderte die Mitgliedstaaten auf, auf Reformkurs zu bleiben, um den Aufschwung zu stärken und mehr Arbeitsplätze zu schaffen.

Defizite gehen zurück

Die Staatsdefizite in den Euroländern gehen im Schnitt weiter zurück. Doch es gibt weiter Probleme. So steigt die Neuverschuldung in Spanien im kommenden Jahr wieder an: auf 6,5 Prozent der Wirtschaftsleistung nach 5,8 Prozent im laufenden Jahr. Madrid hatte den EU-Partnern zugesichert, 2016 wieder die Maastrichter Defizitgrenze von 3 Prozent einzuhalten. Nach den vorliegenden Zahlen dürfte das kaum zu schaffen sein. Die Schuldenberge in den meisten Euroländern bleiben nach Jahren der Finanz- und Wirtschaftskrise auf hohem Niveau.

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"Das grösste Abwärtsrisiko für die Wachstumsaussichten ist ein erneuter Vertrauensverlust, zu dem es kommen könnte, wenn die Reformen auf nationaler oder auf europäischer Ebene ins Stocken geraten", berichtete Rehn.

Die Kommission warnte auch davor, dass «eine auf Dauer extrem niedrige Inflation» Risiken bergen könnte. Die Möglichkeit einer EU-weiten Deflation werde jedoch als äusserst gering eingestuft. Bei einer Deflation kommt bei anhaltend sinkenden Preisen eine gefährliche Abwärtsspirale in Gang, bei der Verbraucher und Unternehmen in Erwartung weiter fallender Preise sich bei Käufen und Investitionen 

(awp/dbe/sim)