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Vorhersage
Konjunkturexperten halten an Prognosen fest

RAV: Die Arbeitslosenquote wird 2017 um 0,1 Prozent tiefer erwartet. Keystone

Konjunkturexperten bestätigen ihre Frühjahresprognose weitgehend. Laut Seco soll die Wirtschaft um 1,4 Prozent wachsen. Bei der Arbeitslosenquote wird sich wenig tun. Ein Bereich überrascht positiv.

Veröffentlicht am 16.06.2016

Konjunkturforscher haben ihre Frühjahres-Wachstumsprognosen bestätigt. Sie erwarten eine Steigerung des Bruttoinlandprodukts (BIP) um 1,0 bis 1,5 Prozent. Allerdings werden die Risiken wie etwa ein Brexit als hoch eingestuft.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) rechnet weiterhin mit einem Wachstum des realen BIP zwischen 1,0 und 1,5 Prozent in diesem Jahr. Im ersten Quartal sei das BIP um 0,4 Prozent gewachsen und die verfügbaren Indikatoren deuteten auf eine weitere Erholung hin, teilte sie am Donnerstag mit. Die allmähliche Verbesserung des internationalen Umfelds komme der Schweiz zugute. Die Belebung der Exporte dürfte sich entsprechend fortsetzen.

Seco-Experten bleiben bei ihrer Meinung

Die Konjunkturexperten des Bundes gehen weiterhin von einem Wachstum von 1,4 Prozent aus. Für das kommende Jahr wird sogar ein reales Wachstum von 1,8 Prozent erwartet, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seci) mitteilte.

Bei den Exporten wurde im März noch mit einem Anstieg um 3,3 Prozent gerechnet, nun sind es 4,0 Prozent. Die Importe sollen um 3,9 Prozent zulegen gegenüber 3,5 Prozent bei der Frühjahresprognose.

Aussenhandel entwickelt sich positiv

Die Schweizer Konjunktur stehe seit einigen Monaten unter verschiedenen teils entgegengesetzten Einflüssen, schreibt das Seco. Auf der einen Seite zeichne sich in verschiedenen europäischen Ländern eine Erholung des Wachstums ab, was positive Auswirkungen auf den Aussenhandel habe.

Auf der anderen Seite verhindere die vor allem aufgrund des geringen Wachstums in den Schwellenländern abgeschwächte Dynamik des Welthandels, dass die Schweizer Handelsbilanz stärkere Wachstumsimpulse liefere. Auch in Bezug auf die verschiedenen Industriezweige liessen sich entgegengesetzte Tendenzen beobachten.

Tiefere Einschätzung des Kof

Weiterhin von einem Wachstum von lediglich 1,0 Prozent geht die Konjunkturforschungsstelle Kof der ETH Zürich aus. 2017 sollte das BIP um 1,9 Prozent zulegen, ein Zehntel Prozentpunkt weniger als noch im Frühjahr vorausgesagt. Zwar sei die europäische Konjunktur zum Jahresanfang etwas besser als prognostiziert, aber ohne dass sie sich in den bislang bekannten schweizerischen Produktionsdaten stark bemerkbar gemacht hätte.

Im weiteren Prognosezeitrum hätten sich die Erwartungen für die wirtschaftliche Entwicklung in der EU etwas verschlechtert und die exportorientierten Wirtschaftszweige stünden nach wie vor unter Druck, die Produktionskosten mit den Weltmarktpreisen in Einklang zu bringen. Weiterhin konjunkturstützend wirke sich der private Konsum aus.

Risiko Brexit

In allen drei Konjunkturprognosen wird ein allfälliger Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU als Risiko eingestuft. So stellt ein Brexit gemäss Kof ein Abwärtsrisiko dar. Nach Einschätzung der Nationalbank könnte es im Zusammenhang mit der bevorstehenden Abstimmung in Grossbritannien vermehrt zu Unsicherheiten und Turbulenzen kommen.

Für die Konjunkturexperten des Bundes hätte ein Brexit mit noch unklaren Modalitäten Auswirkungen sowohl auf verschiedene Wechselkurse und andere Finanzmarktvariablen, als auch auf die Unternehmensinvestitionen und möglicherweise auf den Welthandel.

Leichte Abweichungen bei Inflation

Wegen des deutlich gestiegenen Ölpreises erwartet die Nationalbank für die kommenden Quartale einen rascheren Anstieg der Inflation als noch im März. Die Inflationsprognose liegt für 2016 nun mit minus 0,4 Prozent um 0,4 Prozentpunkte höher als noch im März. Für 2017 erwartet die SNB eine Inflation von 0,3 Prozent gegenüber 0,1 Prozent in der Prognose des letzten Quartals.

Die Konjunkturexperten des Bundes erwarten im laufenden Jahr ebenfalls eine Inflation von minus 0,4 Prozent. Für 2017 prognostizieren sie eine Zunahme von 0,3 Prozent. Die Kof-Ökonomen rechnen für 2016 mit einer Inflation von minus 0,4 Prozent und für nächstes Jahr mit einem Anstieg um 0,2 Prozent.

Arbeitslosenquote wenig beweglich

Die Arbeitslosenquote wird laut Kof in diesem Jahr bei 3,5 Prozent und nächste Jahr bei 3,6 Prozent liegen. Die SNB rechnet in der zweiten Jahreshälfte mit einer Stabilisierung der Arbeitslosenquote. Die Experten des Bundes gehen von einer Quote von 3,6 Prozent in diesem und 3,5 Prozent im nächsten Jahr aus.

(sda/jfr/ama)

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