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Mitgliedschaft
Kroatien feiert EU-Beitritt - und will bald den Euro

Flaggen Kroatiens und der EU in Zagreb: Das 28. Mitglied der Union. (Bild: Keystone)

Die Ex-Repubilk Jugoslawiens wird am Montag offiziell Mitglied der Europäischen Union. Doch das ist der Regierung in Zagreb noch nicht genug. Sie will auch die Einheitswährung einführen.

Veröffentlicht am 30.06.2013

Mit einer Festsitzung im Parlament hat die kroatische Staats- und Regierungsspitze am Samstag den Beitritt ihres Landes zur EU begrüsst. Staatspräsident Ivo Josipovic sprach von einem Wendepunkt in der Entwicklung des Landes.«Mit dem Beitritt wurde ein Generationenziel erreicht, das eine Wende in der Entwicklung Kroatiens bedeutet», sagte er. «Das war unser nationales Ziel, in dem sich alle Parteien einig waren». «Jetzt gibt es keine Ausflüchte mehr», ergänzte Regierungschef Zoran Milanovic. «Unser Erfolg liegt jetzt einzig in unseren Händen».

Kroatien wird am Montag das 28. Mitglied der Europäischen Union. Am Sonntag um Mitternacht werden die Zollschranken und Grenzkontrollen zu den Nachbarländern Italien, Slowenien und Ungarn gelockert. Das Adrialand wird damit nach Slowenien das zweite EU-Mitgliedsland aus dem ehemaligen Jugoslawien. Sein Land werde in Zukunft nicht mit Hochmut auf die Balkanländer herabschauen, die noch nicht in der EU seien, versprach Milanovic. Vielmehr wolle sich die frühere jugoslawische Republik zum Anwalt auch der Nachbarländer machen, die ebenso in die EU streben.

Kampf gegen Korruption und für Rechtssicherheit

An der Sondersitzung des Parlaments in Zagreb nahmen am Samstag rund 350 Vertreter aus Politik, Gesellschaft und Religionsgemeinschaften teil. Der Fraktionschef der Sozialdemokraten im EU-Parlament, Hannes Swoboda, bezeichnete Kroatien als Beispiel für den ganzen Balkan. «Diese Länder müssen von Kroatien lernen», sagte Swoboda dem TV-Sender NDR. Vor allem bei der Korruptionsbekämpfung habe das Land grosse Fortschritte gemacht und sich besser auf die EU-Mitgliedschaft vorbereitet als Bulgarien und Rumänien.

Auch die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel ermunterte Kroatien zu weiteren Reformen. Im Kampf gegen die Korruption und für Rechtssicherheit seien noch viele weitere Schritte zu gehen, erklärte die Regierungschefin am Samstag in ihrer wöchentlichen Video-Botschaft. Zudem müsse Kroatien seine Wirtschaft und den Arbeitsmarkt weiter reformieren.

In fünf Jahren beitrittsreif

Während andere über das Ende des Euro diskutieren, will ihn Kroatien möglichst bald einführen. «Wir wollen der Euro-Zone so schnell wie möglich beitreten», sagte Notenbankchef Boris Vujcic der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung». Sein Land werde allerdings frühestens in vier bis fünf Jahren beitrittsreif sein, derzeit verfehle es die Kriterien für Inflation und Haushaltsdefizit. «Bis dahin müssen die Probleme im Euro-Raum gelöst sein, sonst bekommen wir grosse Probleme», erklärte Vujcic. Die Vorteile des Euro lägen für Kroatien darin, dass die Zinsen sinken und die Planungssicherheit für Investoren steigen würden.

(se/reuters)

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