Der IWF hält masssive Schuldenentlastungen für Griechenland für unausweichlich, um dem Land wieder auf die Beine zu helfen. «Wir sehen im Moment eine Situation, in der wir die Schuldenlast als nicht tragfähig beurteilen», sagte die Chefin des Internationalen Währungsfonds, Christine Lagarde.

«Es muss eine signifikante Schulden-Restrukturierung geben», forderte Lagarde mit Blick auf die Schuldenquote Griechenlands von rund 170 Prozent der Wirtschaftsleistung. Die Quote könne sogar in Richtung auf 200 Prozent steigen: Diese Einschätzung setze sich mehr und mehr durch, sagte Lagarde.

Die Umsetzung lässt sie offen

Wie Griechenland konkret bei den Schulden entlastet werden solle, liess Lagarde offen. Sie sprach nur allgemein von einer «Restrukturierung». Lagarde nannte Kernpunkte für eine Sanierung der griechischen Volkswirtschaft: Es müssten «sensible» finanzpolitische Ziele mit klaren Umsetzungsschritten gesteckt werden. Zudem seien Strukturreformen nötig. Hinzu kommen müsse eine ausreichende Finanzierung für das Land sowie die vom IWF geforderten Schuldenerleichterungen.

Mit Blick auf widersprüchliche politische Äusserungen aus Griechenland unterstrich die IWF-Chefin, letztlich zähle «nicht der politische Lärm», sondern die Taten. Die griechische Regierung hat trotz Vorbehalten beim Fonds die Mitwirkung an dem geplanten dritten Hilfsprogramm für das Land beantragt.

(sda/mbü)

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