Die Zinsen in der Eurozone bleiben historisch niedrig. Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) beschloss, den Leitzins für die 17 Staaten der Währungsgemeinschaft weiter auf seinem Rekordtief von 0,5 Prozent zu belassen, wie die EZB in Frankfurt am Main mitteilte.

Anfang Mai hatte die EZB im Kampf gegen die Folgen der Staatsschuldenkrise den Leitzins, an dem sich auch die Zinsen für Kreditnehmer und Sparer orientieren, auf ein Allzeittief gesenkt. Die EZB will mit niedrigen Zinsen der kriselnden Wirtschaft in der Eurozone Schub geben. Ökonomen hatten im Vorfeld mit dieser Entscheidung gerechnet.

EZB-Chef Mario Draghi wird um 14.30 Uhr vor die Presse treten, um die Entscheidungen zu erläutern. Ein grosses Thema dürfte der sich fortsetzende Anstieg der Marktzinsen sein. Selbst das im Juli abgegebene Niedrigzinsversprechen (Forward Guidance) der Notenbank hat bisher nicht ausgereicht, um diesen Trend zu stoppen. Erwartet werden auch die neuen Projektionen der EZB-Mitarbeiter zu Wachstum und Inflation.

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Der Leitzins ist der Zinssatz, zu dem sich Geschäftsbanken bei der Zentralbank mit Geld versorgen können, um es etwa in Form von Krediten an Konsumenten und die Wirtschaft weiterzureichen. Finanzmarktexperten hatten damit gerechnet, dass die Zentralbank die Zinsschraube nicht weiter lockert.

(sda/chb)