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In London sind die Häuserpreise im Sinkflug

London: In der Innenstadt sinken die Hauspreise. Keystone

In London sinken die Häuserpreise so stark wie seit acht Jahren nicht mehr. Der Rückgang hat nicht nur mit dem Brexit-Entscheid zu tun.

Veröffentlicht am 24.04.2017

Die Londoner Preise für Wohnimmobilien haben im April den grössten Preisrutsch in acht Jahren verzeichnet. Käufer mieden insbesondere die teuren innerstädtischen Lagen.

Der durchschnittliche Preis, den Verkäufer verlangten, fiel im April in der City um 1,5 Prozent auf 636’777 Pfund (knapp 812'000 Franken) – der grösste Rückgang auf Jahresbasis seit Mai 2009, wie der Immobilienspezialist Rightmove am Montag mitteilte. Gegenüber dem Vormonat fielen die Preise um zwei Prozent.

Teure Häuser sind weniger gefragt

Der Londoner Häusermarkt entwickelt sich seit Anfang 2016 schlechter als der Markt im übrigen Land, weil überhöhte Bewertungen, die Brexit-Entscheidung und Steuererhöhungen die Nachfrage dämpfen.

Insbesondere die teuren Immobilien in den innerstädtischen Lagen leiden; hier bröckelten die Preise im Jahresvergleich um 4,2 Prozent, in den Vororten sind sie dagegen um 1,7 Prozent gestiegen.

Ausserhalb Londons steigen die Preise

«Während sich der Rest des Landes einer Frühjahrsbelebung erfreut, mit einem Preisboom in den meisten Regionen und neuen Preisrekorden, befinden sich Teile des Londoner Marktes noch in einem Anpassungsprozess», sagte Rightmove-Direktor Miles Shipside. Am oberen Ende des Marktes müssen demnach Käufer mit niedrigeren Angebotspreisen gelockt werden, um die höheren Erwerbssteuern auszugleichen.

Für Grossbritannien insgesamt ergab sich Rightmove zufolge ein Preisanstieg von 1,1 Prozent im April. Das lag unter dem durchschnittlichen monatlichen Anstieg von 1,6 Prozent in dem Monat in den letzten sieben Jahren. Der landesweite jährliche Anstieg von 2,2 Prozent war der schwächste seit April 2013.

Käufer werden vorsichtiger

Die nachlassende Dynamik dürfte signalisieren, dass die Käufer vorsichtiger werden, zumal die zunehmende Inflation die realen Erträge schmälert und der Beginn des formalen Brexit-Prozesses den Wirtschaftsausblick umwölkt.

(bloomberg/mbü)

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