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Zinspolitik
London: Tiefe Zinsen trotz starker Wirtschaft

London: Trotz Boom bleiben die Zinsen tief.  Keystone

Seit mehr als fünf Jahren hält die Bank of England den Leitzins auf tiefem Niveau. Daran rüttelt die britische Zentralbank vorerst nicht, obschon die Wirtschaft des Landes kräftig wächst.

Veröffentlicht am 04.12.2014

Trotz brummender Wirtschaft hält die britische Notenbank an ihrer sehr lockeren Geldpolitik fest. Die Bank of England (BoE) beliess den Leitzins am Donnerstag auf ihrer letzten geldpolitischen Sitzung in diesem Jahr bei 0,5 Prozent. Auch das seit langem ruhende Anleihen-Kaufprogramm in Höhe von 375 Milliarden Pfund tastete die Zentralbank nicht an.

Die Bank of England (BoE) hält den Schlüsselzins seit mehr als fünf Jahren auf historisch niedrigem Niveau. An den Märkten wird erst für Oktober 2015 mit einer Erhöhung gerechnet. Ob es wie in den vorigen Zinssitzungen Gegenstimmen gab, blieb zunächst unklar. Die Protokolle des Treffens bleiben bis zum 17. Dezember unter Verschluss.

Wohnungsmarkt kühlt sich ab

Die Währungshüter Martin Weale und Ian McCafferty votierten zuletzt immer wieder für eine sofortige Zinsanhebung auf 0,75 Prozent. Die Wirtschaft auf der Insel läuft nach dem Konjunktureinbruch in der globalen Finanzkrise mittlerweile auf Hochtouren. Zugleich zeigen sich Abkühlungstendenzen am heiss gelaufenen Wohnungsmarkt – insbesondere in der Finanzmetropole London.

Die OECD sagt dem Land dieses Jahr ein Wirtschaftswachstum von 3,0 Prozent voraus. Deutschland wird demnach nur halb so stark zulegen. Trotz des Aufschwungs befürchtet die britische Notenbank jedoch, dass sie auf absehbare Zeit ihr Ziel einer Inflationsrate von zwei Prozent verfehlen wird. Die BoE hat es daher mit einer geldpolitischen Straffung nicht eilig.

 (reuters/ise/dbe)

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