Der Luzerner Milchverarbeiter Hochdorf will in den nächsten sechs Monaten rund 800 Tonnen konzentrierte Magermilch aus Deutschland in die Schweiz einführen. Diese soll in den eigenen Anlagen zu Milchpulver verarbeitet und dann wieder aus der Schweiz ausgeführt werden. Die eidgenössische Zollverwaltung hat ein entsprechendes Gesuch vor wenigen Tagen bewilligt, wie ein Hochdorf-Sprecher gegenüber der «Handelszeitung» bestätigt. 

In bäuerlichen Kreisen wird die Einfuhr ausländischer Milch als Provokation verstanden. «In der Schweiz ist genug Milch vorhanden», sagt Markus Ritter, Präsident des Bauernverbands. Hochdorf rühme sich in der Werbung gerne seiner Swissness. «Nun entfernt sich das Unternehmen von seinen eigenen Prinzipien.»

Kein Einfluss auf Schweizer Preis

Der Bauernverband wirft Hochdorf vor, mit seinem Vorgehen dem Preiszerfall bei der Milch Vorschub zu leisten. Hochdorf argumentiert, es gebe derzeit zu wenig Milch in der Schweiz, um die eigenen Anlagen sinnvoll auszulasten. «Milch für den Export ist praktisch nicht mehr vorhanden.» Die aus dem Ausland eingeführte Milch habe auf den Schweizer Markt praktisch keinen Einfluss.

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