Mit einer neuen Industriepolitik will die britische Premierministerin Theresa May die Wirtschaft ihres Landes fit für die Zeit nach dem Austritt aus der EU machen. Mit den Ressortchefs von elf Ministerien habe May darüber beraten, wie der Staat das Wachstum in verschiedenen Gebieten fördern könne, sagte ein Sprecher. Die neue Strategie solle sich darauf konzentrieren, die Stärken des Landes zu nutzen und zugleich eine Wirtschaft zu schaffen, die sich den Zukunftsindustrien öffne.

Details der neuen Industriepolitik wurden zunächst nicht bekannt. Sie dürfte jedoch darauf setzen, sowohl klassische Infrastrukturmassnahmen wie den Bau von Strassen und Schienen, als auch die Zukunftstechnologien wie den Ausbau des Breitband-Internets zu fördern. Zugleich dürfte es darum gehen, die Energiekosten zu senken und die Ausbildung von Arbeitskräften zu unterstützen, die von der Industrie benötigt werden.

May verabschiedet sich von Thatchers Ansatz

Mit dem neuen Ansatz verabschiedet sich May von dem vor 30 Jahren unter der konservativen Premierministerin Margaret Thatcher verordneten Ende der Industriepolitik. In den 1960er und -70er Jahren galt diese in manchen Wirtschaftskreisen als Synonym für den gescheiterten Versuch, den Niedergang der britischen Industrie mit staatlichen Mitteln zu stoppen.

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Die EU-Austrittsentscheidung (Brexit) der Briten bei der Volksabstimmung am 23. Juni hat Sorgen über die weitere Entwicklung der fünftgrössten Volkswirtschaft der Welt aufkommen lassen. Umfragen zufolge droht eine Rezession. Zudem könnten das Konsumentenvertrauen sinken und die Investitionen zurückgehen.

(sda/cfr/mbü)