Die Theorien der Makroökonomie können manchmal sehr trocken sein. Das Gesetz der Unterschiedslosigkeit der Preise von William S. Jevons ist ein Beispiel. Um auf spielerische Art die Kaufkraftparität näher zu bringen, lancierte das britische Wirtschaftsmagazin «The Economist» im September 1986 den ersten Big-Mac-Index. Die Idee: Da man den Big Mac auf der ganzen Welt kaufen kann, müssten sich daraus – zu den jeweiligen Wechselkursen umgerechnet – eigentlich identische Preise ergeben.

Was einfach klingt, birgt viele Fallstricke. Die Hamburger sind in verschiedenen Ländern unterschiedlich gross. Zudem können nicht immer alle Zutaten verwendet werden. In Indien wird auf Rindfleisch verzichtet – und in Island müssen viele Zutaten vom Festland importiert werden. Weitere Faktoren sind Steuern und Abgaben sowie die Wettbewerbssituation und Marketingbemühungen in verschiedenen Ländern. Das Unternehmen wird aufgrund betriebswirtschaftlicher Interessen versuchen in jedem Land den gewinnmaximierenden Preis für das Produkt zu finden.

Manipulationen und fehlender Handel

In Argentinien versuchten Politiker den Preis der Hamburger tief zu halten, um auf dem Big-Mac-Index vorteilhaft zu erscheinen, wie die «New York Times» berichtete. Ein weiteres Problem ist das Fehlen eines Burger-Marktes. Der zubereitete Hamburger kann nicht gelagert werden, allfällige Preisunterschiede können daher nicht von Marktteilnehmern ausgenutzt werden.

Der Index bleibt daher eher eine Auflockerung in der trockenen Welt der Ökonomie.