"Die Nachricht über einen möglichen Waffenstillstand in Libyen hat am Montagmorgen für niedrigere Ölpreise gesorgt", kommentierte der Marktanalyst André Saenger von IG Markets den Handel. Im Mittagshandel rutschte der Preis für ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Nordseesorte Brent zur Auslieferung im Mai um 1.41 auf 125.24 Dollar ab. Rohöl der US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) ebenfalls mit Auslieferung im Mai verbilligte sich um 97 Cent auf 111.82 Dollar.

Laut der Afrikanischen Union (AU) hatte zuvor Libyens Machthaber Muammar al-Gaddafi einen Friedensplan der Organisation akzeptiert. Dieser beinhalte unter anderem eine sofortige Waffenruhe.

Trotz der leichten Entspannung an den Ölmärkten gab Experte Saenger noch keine Entwarnung für die Ölpreise. In den kommenden Tagen könnte vielmehr die angespannte politische Lage im Ölförderstaat Nigeria zunehmend in den Fokus der Investoren an den Rohstoffmärkten rücken. Am Wochenende wurden die Parlamentswahlen in dem afrikanischen Land von Bombenanschlägen begleitet. Die Lage in Nigeria könnte zum neuen Preistreiber für Rohöl werden, warnte der Marktanalyst.

Unterdessen stieg der Preis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) erstmals seit langem wieder über die Marke von 120 Dollar. Nach Berechnungen des Opec-Sekretariats vom Montag kostete ein Barrel am Freitag im Durchschnitt 120.01 Dollar. Das waren 2.36 Dollar mehr als am Donnerstag. Soviel hatte Opec-Öl zuletzt Anfang August 2008 gekostet. Die Opec berechnet ihren Korbpreis täglich auf Basis von zwölf wichtigen Sorten des Kartells.

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(cms/laf/awp)