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Strategie
Mexiko passt Geldpolitik nach Trump-Tweets an

Augustin Carstens: Mexikos Notenbankchef musste den Peso-Fall bremsen. Keystone

Mexikos Notenbankchef hat sich dazu geäussert, wie sie den drastischen Peso-Verfall nach Trumps Wahlsieg aufgefangen haben: Die Geldpolitik hat sich je nach Trump-Tweets geändert.

Veröffentlicht am 06.04.2017

Die mexikanische Zentralbank passt ihren Kurs an die von US-Präsident Donald Trump über Twitter verbreiteten Kurznachrichten an.

«Ich sage es so, in einfachen Worten: Nach zwei Tweets von 'Sie-wissen-schon-wer' war der Effekt verflogen», sagte Notenbankchef Agustin Carstens am Mittwochabend (Ortszeit) in Anspielung auf Trumps Botschaften just zu jener Zeit, als die Notenbank Dollar in Milliardenhöhe verkaufte, um die Abwertung der Landeswährung Peso einzudämmen. «Genau zu diesem Zeitpunkt sind wir darauf gekommen, anstatt harter Währung wie Dollar besser zu einem System von Sicherungsgeschäften überzugehen.»

Verluste wieder wettgemacht

Carstens sagte nicht, auf welche Twitter-Botschaften Trumps er sich bezog. Trump hatte Anfang Januar die Autobauer Toyota und General Motors vor einer «hohen Grenzsteuer» für Fahrzeuge gewarnt, die in Mexiko für den US-Markt gebaut werden.

Die mexikanische Zentralbank hatte Anfang des Jahres mit Dollar-Verkäufen versucht, den Verfall des Peso-Kurses zu stoppen. Die Taktik wurde dann aber geändert: Anstatt Devisen auf den Markt zu werfen, versteigert die Zentralbank inzwischen Absicherungsgeschäfte gegen Kursverluste. Erst am Mittwoch bot sie 200 Millionen Dollar in einer Auktion an, wobei die Nachfrage das angebotene Volumen weit übertraf.

Der Peso war nach dem Wahlsieg von Trump im November 2016 um bis zu 22 Prozent zum Dollar abgestürzt, hat seither aber einen Grossteil der Verluste wettgemacht. Der US-Präsident will an der Grenze zu Mexiko eine Grenzmauer errichten und hat mit hohen Importzöllen für mexikanische Waren gedroht, um die Sperranlage zu finanzieren. Die Währung der zweitgrössten Volkswirtschaft Lateinamerikas nach Brasilien sei unterbewertet und habe Luft nach oben, sagte Carstens.

(sda/me)

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